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Breitband-Web gilt bereits als Grundbedürfnis

07.06.2009 | 15:59 Uhr |

Ein schneller Breitbandzugang zur weltweiten Datenautobahn ist mittlerweile zu einem unerlässlichen Grundbedürfnis der Menschen geworden. Wie eine aktuelle Untersuchung der unabhängigen Regierungsberatungsgesellschaft Commuications Consumer Panel in Großbritannien zeigt, ist die Versorgung mit Breitbandinternet den Konsumenten heute genauso wichtig wie jene mit Elektrizität oder Wasser.

Rund 73 Prozent der britischen Bürger sprachen dem Highspeed-Web im Rahmen einer repräsentativen Befragung eine "sehr hohe" Bedeutung zu. Am meisten geschätzt werden auf Userseite dabei die Informationssuch- und Kommunikationsmöglichkeiten, aber auch Online-Entertainmentangebote wie Streaming-TV werden zunehmend beliebter. Diejenigen, die über keinen schnellen Internetzugang verfügen, seien hingegen schwer benachteiligt. Um der "digitalen Spaltung" entgegenzuwirken, müsse eine Grundversorgung mit Breitbandinternet im ganzen Land etabliert werden, heißt es in dem vorgelegten Bericht .

"Breitbandanschlüsse sind heute ein wesentliches Moment für die gesellschaftliche Teilhabe der Menschen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen", erklärt Bernd Rudolph von der Initiative gegen digitale Spaltung http://www.geteilt.de im Gespräch mit pressetext. Nach wie vor würden aber Mio. von Menschen in Deutschland nicht über solche Zugänge verfügen. Jahrelang sei das Problem weitgehend sich selbst überlassen worden. "Die Folgen sind heute nicht zu übersehen. Ganze Regionen sind von der Breitbandinfrastruktur abgeschnitten. Investitionen in diesen Gegenden versprechen keinen schnellen 'Return on Investment'", betont Rudolph. Besonders betroffen von diesem Problem seien die ländlichen Regionen Deutschlands, in denen noch immer zahlreiche Breitbandlücken existieren würden. "Die Zahl der betroffenen Haushalte kann nur geschätzt werden. Man nimmt an, dass zwischen 400 und 2.500 Kommunen im gesamten Bundesgebiet von diesem Problem betroffen sind. Ich glaube, dass eher die zweite Zahl zutrifft", meint Rudolph.

Erst im Dezember vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung eine Initiative zur Schließung der Breitbandlücken in Deutschland angeregt. "Die Breitbandstrategie der Bundesregierung ist zwar als Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen. Es besteht allerdings die ernste Sorge, dass mit den ins Auge gefassten Maßnahmen keine nachhaltige Aufhebung der digitalen Spaltung in Deutschland erreicht werden kann", kritisiert Rudolph. Ziel der Initiative gegen digitale Spaltung sei vielmehr eine staatlich gesicherte Breitband-Grundversorgung für alle deutschen Bürger. "Man darf sich hier nicht alleine auf den Markt verlassen, denn der versagt in vielen ländlichen Regionen seit Jahren. Wirklich helfen würde vielmehr eine Definition von Breitband-Internet als Universaldienstleistung", erläutert Rudolph. Auf diese Weise könnte der Staat die Unternehmen zum Ausbau einer entsprechenden Internetverbindung zwingen. "Was den Universaldienst betrifft, ist das für uns keine Frage des 'ob', sondern des 'wann'. Je eher, desto besser", so Rudolph abschließend. (pte)

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