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Blogger verklagen Huffington Post auf 105 Millionen Dollar Schadenersatz

13.04.2011 | 16:33 Uhr |

Über 9.000 Blogger fordern in einer Sammelklage 105 Millionen US-Dollar Schadenersatz vom Internet-Nachrichten-Portal Huffington Post. Der Vorwurf: Ungerechtfertigte Bereicherung. Während das Online-Portal satte Gewinne einstreicht, haben die Gastschreiber für ihre Texte noch keinen Cent gesehen.

Im Mai 2005 ging das Online-Portal Huffington Post als Polit-Blog online. Anfangs präsentierte sich die „Web-Zeitung“ als Ideen-Schmiede auf der angemeldete Nutzer Texte und Blog-Beiträge veröffentlichen konnten, um Diskussionen anzuregen. Honorare waren für die Schreiber nicht eingeplant. Im Februar 2011 wurde die Website für 315 Millionen US-Dollar an den Internet-Riesen AOL verkauft. Zu diesem Zeitpunkt änderte sich auch die Ausrichtung der Huffington Post. Das Portal wandelte sich von einer Meinungsplattform zum profitorientierten Online-Unternehmen, das durch Werbeeinnahmen satte Gewinne abwirft. Von diesen sehen die über 9.000 freien Journalisten, die Texte für die Website verfassen, jedoch keinen Cent.
 
Der Gewerkschafter und Publizist Jonathan Tasini stuft das als „ungerechtfertigte Bereicherung“ ein und reichte nun, zusammen mit seinen Journalisten-Kollegen eine Sammelklage gegen die Huffington Post ein. Das Unternehmen habe sich an den Gratis-Texten bereichert und den Schreibern sein Profitinteresse verheimlicht – dafür sollen die Gründungsmitglieder Arianna Huffington, Kenneth Lerer und Jonah Peretti nun Schadenersatz in Höhe von 105 Millionen US-Dollar zahlen.
 
Die Aussichten auf Erfolg stehen gut. Tasini hatte in einem ähnlichen Fall gegen die Tageszeitung New York Times geklagt und für zahlreiche Journalisten eine Einnahmen-Beteiligung an den Datenbank-Aufrufen ihrer Artikel erstritten.

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