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Auktionshaus Listia.com verhökert wertlose Altwaren

09.08.2009 | 15:34 Uhr |

Im Internet ist ein neues Auktionsportal mit dem Namen Listia an den Start gegangen. Bei Listia können Artikel jeder Art zum Verkauf angeboten und von anderen daraufhin im Rahmen einer Auktion erstanden werden.

Auf den ersten Blick ist dies kein wirklich neuartiges Konzept, da es jenem des Internetauktionsriesen eBay sehr ähnelt. Im Gegensatz zu eBay bezahlen die Nutzer bei Listia jedoch einen ersteigerten Artikel nicht mit realem Geld, sondern mit einem virtuellen Kredit. Mit dem neuartigen Auktionskonzept sollen vor allem Dinge ohne wirklichen Wert online verhökert werden, beispielsweise alte Handys, Bücher, Autos oder Kleidungsstücke, die bei eBay wahrscheinlich keinen Abnehmer mehr finden würden.

Unmittelbar nach der Registrierung werden dem Listia -Nutzer zunächst 500 virtuelle Kreditpunkte zur Verfügung gestellt. Ersteht man in der Folge einen bestimmten Artikel, wird der fällige Auktionsbetrag vom Kreditkonto abgebucht. Das Guthaben kann wieder aufgeladen werden, indem man selbst Auktionen initiiert, Freunde wirbt oder Kreditpunkte nachkauft. 50 Punkte sind beispielsweise zu einem Preis von fünf Dollar zu haben. Nach Ende der Auktion hat der Anbieter zudem die Möglichkeit, bis zu 60 Prozent der mit Bargeld erstandenen Punkte an karitative Einrichtungen wie dem Roten Kreuz zu spenden. Diese würden insofern profitieren, als dass soziale Projekte üblicherweise Geldspenden besser gebrauchen können als Spenden in Form von nutzlosen Altwaren.

Gegründet wurde das junge Start-up Listia im kalifornischen Silicon Valley im Frühjahr 2009 von Gee Chuang und James Fong. Laut dem Fachblog TechCrunch erfolgt die Finanzierung des Unternehmens in der Höhe von 15.000 Dollar durch den Risikokapitalfonds Y Combinator . Die Motivation hinter dem Aufbau eines Online-Auktionshauses für kostenlose Artikel war laut einem der Gründer, dass eine eBay-Auktion für seinen alten 20-Zoll-CRT-Monitor wahrscheinlich keinen Erfolg gehabt hätte. Wer wolle außerdem schon Dutzende Telefonanrufe, gefälschte Anfragen und E-Mails bei Craigslist , einem besonders im angelsächsischen Raum beliebten Online-Netzwerk für Kleinanzeigen, beantworten, fragen sich die Unternehmer auf ihrer Website. In Deutschland hat sich das kostenlos nutzbare Internetauktionshaus hood.de mit mehr als einer Mio. Mitgliedern bereits zur Nummer zwei hinter Branchenprimus eBay gemausert. Ob Listia eine ähnliche Erfolgsgeschichte wird - bislang ist das Angebot nur auf die USA beschränkt - bleibt freilich noch abzuwarten. Am Eröffnungstag sind jedenfalls bereits über 170 Auktionen online gegangen. (pte)

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