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Amazon UK verhökerte ganze Alben für 0,34 Euro

21.06.2009 | 14:17 Uhr |

Die britische Online-Präsenz des Internet-Händlers Amazon hat sich in dieser Woche einen Fehltritt bei den Preisangaben für Musik-Alben geleistet. Dadurch könnten sogar die in der Branche heiß umkämpften britischen Charts beeinflusst werden, spekulieren Experten.

So wurden am Mittwoch vorübergehend mehrere CDs von Top-Artists ungewollt zum Spottpreis von nur 29 Pence (rund 0,34 Euro) zum Download angeboten. "Die Charts sind nach wie vor das Barometer, das in der Musikindustrie tonangebend ist", meint Sven Birgmeier, Pressesprecher bei media control , auf Nachfrage von pressetext. Dem Branchenkenner zufolge entsteht das Ranking hierzulande auf Basis der realen Umsätze in der Musikindustrie. "Darin sind auch Downloads inbegriffen", erklärt Birgmeier. Gerade bei Musikdownloads schwanken die Preise je nach Anbieter jedoch deutlich. Ein Preisdumping im Ausmaß des Amazon-Fehlers dürfte dennoch eher selten sein. Nach Angaben von Verbraucherschützern könnten durch Vergleiche aber immerhin bis zu 70 Prozent gespart werden. Sowohl bei einzelnen Songs als auch bei kompletten Album-Downloads würden sich die Preise teilweise erheblich unterscheiden, was auf die Preisgestaltung der jeweiligen Anbieter zurückzuführen sei. Die Charts würden dennoch ein verlässliches Ranking darstellen.

Amazon hatte den Fauxpas erst nach vier Stunden bemerkt und behoben. Unterdessen wurden die Billigpreise jedoch bereits von mehreren Webseiten publik gemacht. "Wir können bestätigen, dass uns bei einer geringen Zahl an MP3-Alben ein Preisfehler unterlaufen ist. Dieser wurde berichtigt. Angesichts der Mio. Titel, die auf unserer Website erhältlich sind, können trotz all unserer Bemühungen fehlerhafte Preisangaben vorkommen", wird Amazon von der BBC zitiert. Rund 30 Alben waren daher wesentlich günstiger zu ergattern als normalerweise. Fans von Künstlern wie Lily Allen, James Morrison, Bruce Springsteen oder Kings Of Leon durften sich darüber vier Stunden lang freuen und konnten ihre Produktionen um das 20- bis 30-fache billiger downloaden als üblich. Ob dies zu Änderungen in den britischen Charts führen wird, könnte sich schon heute herausstellen. (pte)

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