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Alkohol-Test der Mausklick

22.06.2008 | 15:21 Uhr |

Mit einer neuen Software will das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Trinkverhalten der deutschen Bevölkerung anonym analysieren und persönliche Gesundheits-Tipps geben.

Die gesundheitsschädigenden Auswirkungen von Alkoholkonsum sollen mit dem Onlineangebot Alkohol-Selbsttest aufgezeigt werden. Anhand eines Fragebogens kann das eigene Trinkverhalten anonym analysiert werden. Im Anschluss an die Befragung erhält der Nutzer Tipps, ob und wie er seinen Alkoholkonsum ändern sollte. Das Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ( BMBF ) entwickelt und soll sich als geeignetes und gleichzeitig wirtschaftliches Instrument eignen, um den exzessiven Umgang mit Alkohol zu verhindern oder zu reduzieren.

Das Angebot soll sogar ein kurzes Gespräch mit dem Hausarzt ersetzen können. In einer wissenschaftlichen Studie wurden dafür in der Uniklinik Lübeck 110 Probanden, die das System nutzten, mit 121 Teilnehmern verglichen, die den Alkohol-Selbsttest noch nicht kannten. Der Alkoholkonsum oder -missbrauch wurde im folgenden Jahr untersucht. Die Teilnehmer der Studie wiesen deutlich bessere Ergebnisse auf als die Kontrollgruppe, die nicht vor den Auswirkungen des Alkoholkonsums gewarnt wurde.

Mit dem Onlineangebot will man vor allem Menschen erreichen, die mehr über die Auswirkungen des Alkoholkonsums erfahren möchten oder sich Gedanken über das eigene Trinkverhalten machen. Innerhalb weniger Sekunden nach dem Ausfüllen des Fragebogens bekommt der Nutzer eine Rückmeldung, wie er im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung abschneidet: „Neuere Studien belegen, dass bereits sehr niedrige Alkoholmengen die Gesundheit gefährden können. Auf jeden Fall sollten Frauen nicht mehr als 12 Gramm Alkohol pro Tag zu sich nehmen, Männer nicht mehr als 24 Gramm“, rät Projektleiter Privatdozent Hans-Jürgen Rumpf von der Uniklinik Lübeck .

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