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Afrika als Goldgrube für soziale Netze

22.11.2009 | 16:14 Uhr |

In Afrika und Südamerika wird sich die Zahl der mobilen Social-Networking-User bis zum Jahr 2015 auf 527 Mio. User verzehnfachen.

Eine aktuelle Prognose des Marktforschungsunternehmens Frost & Sullivan geht davon aus, dass sich das gemeinsame Gesamtmarktvolumen der beiden Länder auf rund 2,4 Mrd. Dollar hochschrauben wird. Vor allem in Afrika, aber auch in Südamerika gilt dabei das Mobiltelefon als uneingeschränkter Innovations- und Wachstumstreiber. "Durch das Fehlen von geeigneter Festnetz-Infrastruktur entwickelt sich das Handy in diesen Regionen zunehmend zur einzigen Schnittstelle, um internetbasierte Services wie Social Networks zu nutzen", erklärt Jon Stephansen, Senior Consultant bei Frost & Sullivan. Laut des Information Economy Report 2009 der Vereinten Nationen weist Afrika bereits jetzt zehn mal mehr Mobilfunk- als Festnetz-User auf. In Lateinamerika wiederum liegt die Handy-Penetrationsrate bei 80 Prozent, während gerade einmal 25 Prozent aller Menschen einen ständigen Zugang zu einer Internet-Standleitung besitzen.

Gerade in Afrika avanciert das Mobiltelefon zusammen mit mobilen Datenverbindungen zu jenem Gerät, das den technologischen Fortschritt auch in entlegenste Gebiete bringt - eine Leistung, die dem Computer dort bis heute untersagt blieb. Die großen Hersteller der IT-Branche haben das Phänomen längst erkannt und unternehmen derzeit alles, um mit ihren Lösungen zeitgerecht vor Ort Fuß fassen zu können und nebenbei ihren Teil der gesellschaftlichen Verantwortung wahrzunehmen.

Während etwa SAP versucht, Gemischtwarenhändlern mittels GPS-fähigen Telefonen den Waren-Einkauf zu erleichtern sowie Krankenhäuser bei ihrer Medikamentenausgabe zu unterstützen, bastelt IBM mit einer Reihe von Forschungspartnern am sprachbasierten Internet. Damit will man dem großen Manko entgegentreten, dass das Web in der heutigen Form nur Menschen mit Lese- und Schreibkenntnissen offen steht.

Durch das Fehlen von mobilen Breitbandverbindungen müssen entsprechende Lösungen zudem so konzipiert sein, dass sie in den mobilen Netzen der besagten Regionen verwendet werden können. "Das ist eine besondere Herausforderung, weil wir bei technologischen Lösungen für jene Regionen nicht auf altbekannte Rezepte zurückgreifen können, die in den hoch entwickelten Industriestaaten funktionieren. Die Daten und Informationen, die mobil übertragen werden, müssen so klein wie möglich gehalten sein, damit etwa eine medizinische Datenbank-Lösung auch über Handy-Anbindung funktioniert", meint SAP-Forscher Danie Smit im Gespräch mit pressetext. (pte)

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