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Abtreibungsgegner auf YouTube aktiv

03.05.2009 | 14:36 Uhr |

Ein YouTube-Video sorgt für Entrüstung bei amerikanischen Abtreibungsgegnern. Eine 20-jährige Studentin der UCLA nutzte den Online-Dienst um auf angebliche Missstände hinzuweisen. Nach Berichten der LATimes ließ sie sich unter Verwendung falscher Angaben bei einer Abtreibungsklinik beraten und stellte einen Mitschnitt online.

Sie gab sich als 13-jähriges Mädchen aus, dass von einem 31-jährigen Mann schwanger sei. Dabei tappte die Mitarbeiterin in die Falle: Da es sich um eine Straftat handeln würde, würde der Fall gemeldet, erklärte sie sich bereit das Alter der Personen zu "überhören" um Schwierigkeiten zu vermeiden.

Im Video ist zu sehen, wie die 20-jährige Studentin Lila Rose die Klink aufsucht und angibt erst dreizehn Jahre alt zu sein. Sie fragt nach einer Abtreibung, worauf die Mitarbeiterin eine Einverständniserklärung der Eltern fordert. Daraufhin weigerte sich Rose den Vater zu nennen. Dieser würde in Schwierigkeiten kommen, denn er sei 31 Jahre alt. Die Mitarbeiterin gibt sich betroffen und erklärt die rechtlichen Umstände. Im Staat Indiana müsse so ein Fall bei den dortigen Child Protective Services gemeldet werden. Rose schlägt vor zu lügen und anzugeben, der Vater sei ein gleichaltriger Mitschüler. Die Mitarbeiterin erklärt sich einverstanden.

Lila Rose versucht damit aufzuzeigen, was sie und viele andere Abtreibungsgegner als Missstände bei Abtreibungskliniken sehen. Dazu nutzt sie, sehr effektiv die neuen Medien. Seit 2006 hat sie mit einer Mitstreiterin unterschiedliche Kliniken des größten Anbieters Planned Parenthood mit demselben Anliegen aufgesucht und die Treffen dokumentiert. Die Ergebnisse stellte sie online auf YouTube und die Website http://www.LiveAction.org. Schon lange versuchen Abtreibungsgegner Kliniken dadurch anzugreifen, indem sie aufzeigen, dass mögliche Straftaten nicht gemeldet werden. Der Weg über die neuen Medien ist hingegen neu. Lila Rose stellt dadurch ein neues junges Aushängeschild der Bewegung dar: Bislang war das verbreitete Bild eines Abtreibungsgegners eher konservativ und älter. Inwiefern das Video rechtliche Konsequenzen haben wird, ist unklar. Die Verantwortlichen verteidigen sich vehement, verweisen auf den strikten Schutz von Minderjährigen und räumen ein, dass vereinzelt Fehler passieren können. Die Fälle werden gerichtlich untersucht. (pte)

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