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Interessent für Benq Mobile will Entscheidung bis 16. Januar

10.01.2007 | 16:48 Uhr |

Bei den Verhandlungen über eine Übernahme des insolventen Handyherstellers Benq Mobile drängt die Zeit. Der ernsthafteste Interessent verlange bis zum 16. Januar eine Entscheidung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Verhandlungskreisen.

Dabei handele es sich um die deutsch- amerikanische Investorengruppe um den ehemaligen DaimlerChrysler-IT- Manager Hansjörg Beha. Er hatte bereits am Dienstag gesagt, das Ziel sei, im Falle der Übernahme die Handyproduktion so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Seinem Konsortium soll einem Medienbericht zufolge auch der frühere Apple-Chef Gilbert Amelio angehören.

Insolvenzverwalter Martin Prager sieht aber zahlreiche offene Fragen in dem Konzept der Investorengruppe. Er verlangt vor allem einen Nachweis darüber, wie der Kaufpreis und die Löhne der Mitarbeiter bezahlt werden sollen. Das Angebot der US-Biometrie-Firma Sentex Sensing wird nach Informationen aus Branchenkreisen nicht ernsthaft verfolgt, da das Unternehmen nicht über ausreichend Kapital verfüge. An der Börse in den USA ist die Aktie des Unternehmens derzeit nur nur einige Cent wert. Sowohl Sentex Sensing als auch die Investorengruppe hatten ihre Konzepte am Dienstag in München dem Gläubigerausschuss präsentiert. Beiden Angeboten standen die Gläubiger skeptisch gegenüber.

Die genaue Zusammensetzung der Gruppe um Beha ist weiterhin unklar. Prominentes Mitglied ist nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch) der frühere Apple-Chef Amelio, der den Computerkonzern in den 90er Jahren leitete. Er betreibe heute gemeinsam mit dem Apple-Mitgründer Steve Wozniak das Unternehmen Acquicor, das in Beteiligungen an Technologieunternehmen investiere. Es sei unklar, ob Acquicor in Amelios Benq-Pläne eingebunden sei. Eine Sprecherin des Unternehmens wollte sich auf Anfrage der Zeitung nicht zu dem Thema äußern.

Ohne Finanzierungsnachweise wollen die Gläubiger dem Konzept der Investorengruppe nicht zustimmen, da sie keine weitere Pleite riskieren wollen. "Die jetzigen Pläne sehen zu viele Punkte zu Lasten Dritter vor", hieß es in Verhandlungskreisen. Unklar ist unter anderem, wer die Löhne der 800 Beschäftigten übernehmen soll, mit denen das Konsortium die Handyproduktion wieder aufnehmen will. Ein weiterer strittiger Punkt ist die Übernahme der Gewährleistung für Siemens-Handys, die noch im Umlauf sind. Angesichts der vielen unklaren Punkte gilt eine Einigung mit dem Konsortium in Verhandlungskreisen als fraglich. Eine Sprecherin Pragers wollte sich am Mittwoch in München nicht dazu äußern. Einen neuen Gesprächstermin gebe es derzeit noch nicht.

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