137422

Interaktives Lernen wird langsam Standard

Kaum ein Lebensbereich kommt heute ohne Computer und Internet aus. Auch in die Bildungslandschaft haben Laptop und multimediales Lernen längst Einzug gehalten. "Rund 350 E-Learning-Bildungsgänge gibt es in Deutschland", sagt Wolfram Baier, Projektmanager beim bwv-Verlag in Nürnberg, der die Seiten "studieren-im-netz.de" betreut.

Eine "wahnsinnige Beschleunigung des Lernens" haben Bildungsexperten ausgemacht, seit der Computer Bestandteil der Studieninfrastruktur ist. Vorlesungen, Seminare und Tutorien sind durch den Einsatz der neuen Medien im Studium entzerrt worden. "Die sinnvollste Kombination ist der Mix aus Präsenz- und virtuellem Studium", sagt Helga Bechmann, Projektleiterin der Konferenz "Campus Innovation" beim Multimediakontor Hamburg.

Für dieses "Blended Learning" schaffen immer mehr Hochschulen die Voraussetzungen. So haben sich etwa die bayerischen Hochschulen in einem Verbund zusammengeschlossen, der den Besuch von Lehrveranstaltungen im weltweiten Netz ermöglicht. "Die Virtuelle Hochschule Bayern hat bisher rund 150 multimediale und interaktive Kurse", sagt vhb-Sprecherin Elke Schwämmlein in Hof.

36 Trägerhochschulen unterstützen das Angebot. "Vom Umfang her entspricht jede Veranstaltung mindestens zwei Semesterwochenstunden", erläutert Schwämmlein. Das Angebot wird nach ihren Worten gut angenommen. "Die Zahlen steigen sehr dynamisch an." Ähnliche Angebote gibt es auch in den anderen Bundesländern: In Baden-Württemberg sind zahlreiche Projekte unter dem Dach der Virtuellen Hochschule Baden-Württemberg entwickelt worden. An Rhein und Ruhr fördert das "CeC Centrum für eCompetence in Hochschulen NRW" die Integration digitaler Medien.

Rheinland-Pfalz hat als gemeinsame Plattform der Hochschulen ebenso einen Virtuellen Campus wie Universität des Saarlandes, die als Online-Netzwerk Studierenden und Interessierten zur Verfügung steht. Vom Bildungsportal Sachsen können die Lehr- und Lernangebote der 14 Hochschulen des Freistaates online abgerufen werden.

Schwämmlein sieht zahlreiche Vorteile für die Studierenden: "Die Möglichkeit, einzelne Präsenz-Lehrveranstaltungen durch netzgestützte Angebote zu ersetzen, erlaubt eine örtlich und zeitlich flexiblere Gestaltung des Studiums." Zudem können durch das Verbundsystem auch Veranstaltungen anderer Hochschulen genutzt werden.

Auch Fernstudenten profitieren von der Möglichkeit, das Cyberspace zum Lernen zu nutzen. So setzt etwa die Fernuniversität Hagen auf eLearning: "Wir knüpfen mit dem Konzept 'Lernraum Virtuelle Universität' nahtlos an 25 Jahre Fernstudium an", sagt Pressereferent Gerd Dapprich. "Wir präsentieren ein Modell für die Universität der Zukunft, das in der Praxis erprobt und zum wissenschaftlichen Studium neben dem Beruf tauglich ist."

0 Kommentare zu diesem Artikel
137422