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Intels Pläne im Prozessor-Kampf

06.03.2007 | 12:15 Uhr |

Einer Flut von Mikroprozessoren auf dem Markt sowie einer schwachen Nachfrage aus Unternehmenskreisen nach neuen PCs (mit Vista an Bord) zum Trotz, hofft Intel profitabel zu bleiben, indem es neue Chip-Designs schneller als Mitbewerber herausbringt. Dies verriet jetzt Intels CEO Paul Otellini.

"Es gibt deutlich mehr Kapazitäten, Mikroprozessoren zu bauen als es Nachfrage gibt in 2007, und wahrscheinlich wird dies auch 2008 so sein“, sagte Otellini Finanzanalysten bei der Morgan Stanley Technology Conference in San Francisco.

Um die Auswirkungen des Prozessor-Preiskampfs mit Rivale Advanced Micro Devices so gering wie möglich zu halten, muss Intel zu seinen Wurzeln - der schnellen Entwicklung - zurückkehren. Es muss zu den ursprünglichen Gewohnheiten zurückkehren, die es nutzte, als es die Pentium-Familie hervorbrachte, so der Intel CEO.

Intel kehrte dieser Vorgehensweise nach der Produktion des Pentium 4 den Rücken, und begann bald darauf Marktanteile zu verlieren - als Advanced Micro Devices den Opteron Chip in 2003 veröffentlichte. "Wir bringen Produkt-Auffrischungen alle zwei Jahre heraus - ein Modell, das wir entwickelt haben - und dann haben wir aufgehört nach dem Pentium 4, Schande über uns", so Otellini. "Wir haben damit aufgehört - mea cupla, wir haben es verbockt - und nun sind wir wieder dabei."

Jedes Jahr will man nun abwechselnd mit Entwicklungen bei der Prozessor-Architektur oder bei der Transistor-Geometrie gestalten. Dementsprechend ist geplant, den 65-Nanometer Core 2 Duo-Prozessor auf "Penryn" - eine 45-Nanometer Chip-Geometrie - in 2007 zu hieven. Im nächsten Jahr soll dann die Architektur durch das neue Nehalem-Modell ersetzt werden, und im Jahr 2009 werden die Chips wieder geschrumpft, dann auf 32 Nanometer.

Die Strategie soll es Intel erlauben, den Marktanteil im Prozessor-Bereich zu bewahren, der in den letzten 15 Jahren zwischen einem Tief von 72 und einem Hoch von 87 Prozent schwankte, so Otellini. "In dieser Spanne zu bleiben, ist unser Modus Operandi, und das obere Ende dieser Spanne ist besser als das untere."

Ein weiterer Teil der Strategie von Intel besteht darin, den Kunden davon zu überzeugen, dass das Unternehmen einzigartige Produkte bietet. Sogar in einem völlig überschwemmten Markt werden Kunden weiterhin den Top-Chip in jeder Kategorie kaufen, meint Otellini. Die Firma plant dieser Idee mit den verschiedenen Technologie-Plattformen Rechnung zu tragen, also mit Centrino für Wireless Notebooks, mit vPro für Business Desktops und Viiv für Media Center PCs.

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