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Intelligentes Kleid entblößt leichtsinnige Trägerin

20.06.2014 | 10:58 Uhr |

Dieses Kleid entblößt seine Trägerin, wenn diese allzu viele persönliche Daten von sich im Internet preisgibt. Die Designerin will so auf die Sammelwut im Netz aufmerksam machen.

"Im digitalen Reich sind wir die ganze Zeit nackt", sagt die Designerin Xuedi und hat ein Kleid entworfen, das diese Aussage widerspiegeln soll. Das Kleid stammt aus dem 3D-Drucker und heißt "x.pose". Es besteht aus einem flexiblen Gittermodell, dessen Lücken mit undurchsichtigen Displays ausgefüllt sind. Eine Smartphone-App misst, wieviele Daten der Nutzer von sich im Internet preisgibt - sei es bei Twitter, Facebook oder über Geodaten. In Echtzeit kommuniziert die App mit dem Arduino, der die Displays im "x.pose"-Kleid durchsichtig schalten kann. Je nach Menge und Art der geteilten Daten aktiviert der Arduino unterschiedliche Displays im Kleid. Geht die Trägerin des Kleids verschwenderisch mit ihren persönlichen Daten im Internet um, steht sie schnell nackt da.

Die Designerin möchte mit ihrem Kleid auf die Datenmengen aufmerksam machen, die wir produzieren und die teilweise sehr viel über uns verraten. Im Internet hinterlässt jeder eine Spur, aus der man ein Profil des Nutzers erstellen kann. Google oder Facebook nutzen diese Daten beispielsweise um personalisierte Werbung einzublenden. Es sind aber auch andere Verwendungszwecke für unsere Datensätze denkbar - Firmen könnten die gesammelten Daten an Hacker, Regierungen oder auch Versicherungen verkaufen.

Es handelt sich bei "x.pose" um ein Kunstprojekt und nicht um ein Kleid, das für den Alltag gedacht ist.

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