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Intelligenter Motorradhelm Skully AR-1 ist offenbar am Ende

27.07.2016 | 10:03 Uhr |

Mit dem AR-1 baute Skully einen Motorradhelm mit rückwärtiger Kamera und Head-up-Display. Der Fahrer sollte den Helm via Spracheingabe steuern. Daraus wird nun nichts mehr. Das Projekt scheint gestorben zu sein.

Das Unternehmen Skully hatte Mitte 2014 einen Motorradhelm mit Head-up-Display und rückwärtiger Kamera vorgestellt. Am Helm war eine Kamera montiert, welche beinahe eine 180-Grad-Ansicht vom Geschehen hinter dem Fahrer auf dem Helm-Display einblendete. Eine integrierte Sprachsteuerung sollte die fummelige Bedienung über Buttons am Helm überflüssig machen. Mit "Skully" weckte der Fahrer den Helm auf und erhielt beispielsweise Infos zum Wetter. Die Verbindung mit einem Android- oder iOS-Smartphone erfolgte drahtlos via Bluetooth. Der Helm beherrschte dank GPS-Antenne auch die Straßennavigation. Der Akku im Helm sollte mindestens neun Stunden lang halten, versprach der Hersteller.

Schwere Turbulenzen beim Hersteller

Doch daraus wird nun offenbar nichts mehr. Eine Woche nachdem der CEO von Skully und Mitbegründer Marcus Weller das Unternehmen verlassen hat, will Techcrunch von internen Quellen erfahren haben, dass das Motorradhelm-Startup Geschichte ist. Die Webseite des Unternehmens war zum Zeitpunkt der Artikelrecherche noch online, solle aber laut Techrunch im Laufe des Tages abgeschaltet werden. 50 Arbeitsplätze und diverse unbezahlte Rechnungen sollen von der Schließung betroffen sein. Die 3.000 Vorbesteller werden wohl keinen Helm erhalten und angeblich stünde sogar in Frage, ob sie eine Rückerstattung erhalten. Das soll zumindest eine inoffizielle Quelle gesagt haben.

Ein letzter Strohhalm sei ein eventueller Deal mit einem chinesischen Investor, doch der Ausgang ist unklar. Der Ex-CEO behauptet derweil, er und sein Bruder seien aus der Firma gedrängt worden. Eine andere (anonyme) Stimme spricht von einer Firmen-Pleite als Grund für den Weggang des CEOs. Ein großes Problem von Skully sei eine unerwartete Verzögerung in der Produktion bei gleichzeitiger Verdichtung des VR-Marktes gewesen. Die verbliebene Führungsriege kündigt derweil an, die Vorbestellungen doch noch liefern zu wollen.

So ging es los mit Skully AR-1

Vor rund zwei Jahren konnte zunächst eine limitierte Stückzahl zum Preis von 1.399 US-Dollar vorbestellt werden - bei Bestellungen außerhalb der USA kamen noch Versandkosten dazu. Das entsprach einem Preis von rund 1.050 Euro. Der reguläre Preis des Helms lag später bei 1.499 Dollar. Es gab den Helm in den Größen S bis XXL.

Video: Motorradhelm mit Head-up-Display

Der Helm von Skully wurde über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo finanziert. Statt der geplanten 250.000 Dollar kamen schon 30 Tage vor dem Ende der Kampagne über 800.000 Dollar zusammen. Laut Skully meldeten sich 100.000 Beta-Tester freiwillig für den Test des Helms.

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