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Intel stellt erste 8-Kern-CPU Core i7-5960X vor

29.08.2014 | 18:00 Uhr |

Mit dem Intel Core i7-5960X stellt der Chip-Hersteller seinen ersten Achtkern-Prozessor für Desktop-PCs vor. Die Haswell-E-Architektur bietet zusammen mit dem neuen Intel-X99-Chipsatz unter anderem auch Unterstützung für DDR4-Arbeitspeicher und Thunderbolt.

Neben dem Flaggschiff Core i7-5960X gibt es zum Start noch zwei weitere Modelle: Der Intel Core i7-5930K und der Core i7-5820K sind nur mit jeweils sechs Rechenkernen ausgestattet. Unsere Schwester-Publikation GameStar hat das High-End-Modell bereits getestet und kommt auf ein überraschendes Ergebnis ( direkt zum Test der GameStar ).

Und nun sollte auch klar sein, was das Herzstück der kommenden Höllenmaschine 6 angeht: Der rund 1000 Euro teure Hexadeca-Core wird den Traumrechner antreiben. Mehr dazu am Ende des Artikels.

Höllenmaschine 6 - Die CPU Intel Core i7-5960X im Video

Intels neue Desktop-CPUs und Chipsätze

Das Top-Modell Core i7-5960X verfügt also über acht Kerne und arbeitet dank Hyper-Threading ganze 16 Aufgaben parallel ab. Auf dem Die mit den Abmessungen 17,6 x 20,2 Millimetern finden 2,6 Milliarden Transistoren Platz. Der Standard-Takt beläuft sich auf vergleichsweise niedrige 3,0 GHz, der Boost-Takt auf 3,5 GHz. Der Level-3-Cache vergrößert sich auf satte 20 MB. Gegenüber der Vorgänger-Generation steigt trotz niedrigerer Taktfrequenz auch die TDP (Thermal Design Power) auf 140 Watt. Die Fertigung des Prozessors erfolgt im 22-Nanometer-Verfahren, was für eine energieeffiziente Leistungsaufnahme spricht. Trotz der gleichen Anzahl an Kontakt-Pins auf der Unterseite der Rechenchips ist dennoch ein neuer Sockel notwendig, da sich die Belegung geändert hat. Der neue Sockel trägt die Bezeichnung „2011-3“. In folgender Tabelle haben wir Ihnen alle technischen Daten der neuen CPUs im Vergleich mit den Vorgängern aufgelistet.

Technische Daten von Intel-Prozessoren im Überblick (Quelle: GameStar)

Core i7 5960X

Core i7 5930K

Core i7 5820K

Core i7 4960X

Core i7 4930K

Core i7 4820K

Core i7 4790K

Architektur

Haswell-E

Haswell-E

Haswell-E

Ivy Bridge-E

Ivy Bridge-E

Ivy Bridge-E

Haswell

Kerne

8

6

6

6

6

4

4

Threads

16

12

12

12

12

8

8

Takt

3,0 GHz

3,5 GHz

3,3 GHz

3,6 GHz

3,4 GHz

3,7 GHz

4,0 GHz

Boost

3,5 GHz

3,7 GHz

3,6 GHz

4,0 GHz

3,9 GHz

3,9 GHz

4,4 GHz

L3-Cache

20 MByte

15 MByte

15 MByte

15 MByte

12 MByte

10 MByte

8 MByte

Speicher

DDR4-2133 QC

DDR4-2133 QC

DDR4-2133 QC

DDR3-1866 QC

DDR3-1866 QC

DDR3-1866 QC

DDR3-1600 DC

TDP

140 Watt

140 Watt

140 Watt

130 Watt

130 Watt

130 Watt

88 Watt

Sockel

2011-3

2011-3

2011-3

2011

2011

2011

1150

Fertigung

22 nm

22 nm

22 nm

22 nm

22 nm

22 nm

22 nm

Es fällt auf, dass sich gegenüber den alten CPUs besonders etwas in Sachen Taktfrequenz verändert hat: Fast alle neuen Modelle arbeiten mit teilweise viel geringeren Taktraten. Immerhin lassen sich aber alle Rechenchips dank freiem Multiplikator problemlos übertakten. Weitere Neuerungen bringt natürlich auch der Chipsatz X99 mit. Der größte Unterschied zur mittlerweile recht betagten X79-Plattform ist die Unterstützung für DDR4-Arbeitsspeicher . Zusätzlich unterstützen die Prozessoren nun auch Thunderbolt sowie bis zu zehn anstelle von acht SATA-3-Schnittstellen . Neu ist auch die native Unterstützung von USB 3.0 .

Gravierende Unterschiede zwischen Ivy-Bridge und Haswell-E gibt es nicht. Den Level-3-Cache teilen sich alle acht Prozessoren gemeinsam.
Vergrößern Gravierende Unterschiede zwischen Ivy-Bridge und Haswell-E gibt es nicht. Den Level-3-Cache teilen sich alle acht Prozessoren gemeinsam.
© Intel

Des Weiteren besitzt die Intel-CPU 40 PCI-Express-3.0-Kanäle für die direkte Anbindung von Grafikkarten. So lassen sich bei einer Triple-SLI-Konfiguration zwei Karten mit 16facher und eine Karte mit 8facher Geschwindigkeit ansteuern. Bis zu acht DDR4-Speicherbänke auf der Hauptplatine steuert der Core i7-5960K direkt über einen Vierkanal-Controller an. Zur weiteren Ausstattung gehören der Schutz vor Angriffen durch einen Puffer-Überlauf (XD-Bit), zusätzliche Befehlssätze wie AVX2, FMA, SSE 4.2 und TSX. Zudem unterstützt der Prozessor 32- und 64-Bit-Betriebssysteme sowie die Virtualisierungs-Technik Intel VT.

Intel Core i7-5960X im GameStar-Test

Unsere Kollegen von der GameStar haben den Extreme-Prozessor einem ausführlichen Test unterzogen. Und die Ergebnisse sind für ein Flaggschiff ernüchternd: So schafft es der i7-5960X entgegen aller Erwartungen nicht, sich an die Spitze des Spiele-Performance-Ratings zu setzen und muss sich hinter einigen Vorgängern einordnen, die stellenweise sogar viermal weniger Threads abarbeiten können. Doch abseits von Spielen lässt das Top-Modell besonders in Sachen Multimedia seine Muskeln spielen und kann sich deutlich von seinen Vorgängern absetzen. Je nach CPU und Benchmark schneidet der i7-5960X zwischen 25 und 60 Prozent besser ab und ist damit die weltweit schnellste Desktop-CPU für Multi-Thread-Anwendungen. In Sachen Stromverbrauch hält sich der Rechenchip angenehm zurück, was aber auch dem sparsameren DDR4-Speicher sowie dem X99-Chipsatz zuzuschreiben ist: Im GameStar-Test verbrauchte die gesamte Testplattform maximal 303 Watt.

Intel Core i7-5960X in der Höllenmaschine 6

Trotz der vergleichsweise schwachen Spiele-Performance fällt unsere Wahl dennoch auf das neue Extreme-Flaggschiff von Intel. Denn dank freiem Multiplikator und umfassender Wasserkühlung werden wir die Taktraten gnadenlos nach oben schrauben, um so auch in Spielen Top-Werte zu erhalten – wirklich schlecht ist sie ja dennoch nicht. Außerdem werden in naher Zukunft ausgefeiltere Treiber veröffentlicht. Und schließlich ist die Höllenmaschine ja nicht nur zum Spielen da, sondern darf sich rühmen, in so ziemlich allen Bereichen brachiale Performance zu bieten. Sobald wir den Superrechner ausgestattet haben, werden wir mit Praxis-Tests für Aufklärung sorgen. Alle Informationen finden Sie dann zu gegebener Zeit auf www.pcwelt.de/hm06 sowie auf unseren sozialen Kanälen.

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