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Intel will Pentium 4 in Zweikern-CPUs verbauen

28.10.2004 | 09:52 Uhr |

Der als Stromfresser gebrandmarkte Prescott-Kern soll bei Intels 2-Kern-CPUs zum Einsatz kommen.

CPU-Revolution: Intel packt bei der nächsten Prozessorgeneration zwei Rechenkerne in eine CPU. Über die Details schweigt sich der Marktführer allerdings aus. Die englische Website Anandtech will jetzt herausgefunden haben, dass Intels 2-Kern-CPUs auf dem Prescott-Prozessorkern basieren sollen.

Der Prescott gilt als extremer Stromfresser, dessen maximale Wärmeabgabe einen einsamen Rekord von bis zu 115 Watt erreicht. Auf den ersten Blick scheint Intels angeblicher Plan absurd: PC-Hersteller dürften rätseln, welcher Monsterkühler potent genug wäre, die Abwärme von gleich zwei dieser zügellosen Hitzköpfe abzuleiten. Das der Prescott tatsächlich die geeignete Basis für Intels 2-Kern-CPUs sein könnte, erschließt sich erst auf den zweiten Blick.

Denn nicht alle Prescotts sind übermäßig stromhungrig. Bis zum Pentium 4 540 mit 3,2 Gigahertz benötigt die Prozessorlinie nämlich nur moderate 84 Watt. Erst bei höheren Taktraten kommen die Prescotts auf den besagten Rekordwert von 115 Watt. Aber die schlimmsten Stromfresser will Intel gar nicht in den 2-Kern-CPUs verbauen: In der inoffiziellen Intel-Roadmap, die der PC-WELT vorliegt, listet Intel fürs drittel Quartal 2005 nur die drei "Dual-Core“-Modelle x20, x30 und x40 auf, die mit 2,8, 3,0 sowie 3,2 GHz arbeiten – pro Kern versteht sich.

Außerdem zügelt Intel heimlich still und leise den Stromhunger des Prescott mit neuen Techniken. Beispiel Thermal Monitor 2: Bisher hat der Pentium 4 seinen Arbeitstakt heruntergefahren, wenn die Betriebstemperatur einen kritischen Wert überschritt. Bei Thermal Monitor 2 sinkt nicht nur der Arbeitstakt, sondern auch die Kernspannung.

Beispiel C1E – Enhanced Halt: Benötigt das Betriebssystem die Dienste der CPU nicht – und das kommt recht häufig vor – sendet es einen Halt-Befehl an den Prozessor. Bisher hat der Pentium 4 dann bei vollem Tempo Däumchen gedreht, jetzt reduziert er auch in diesem Fall nicht nur den Takt, sondern auch die Kernspannung. CPUs mit diesen beide Stromspar-Funktionen sind bereits erhältlich, es handelt sich um die so genannten J-Modelle Pentium 4 520J, 530J, 540J, 550J und 560J. Uns ist allerdings schleierhaft, warum Intel diese Fortschritte nicht offensiv kommuniziert. Sie müssen schon tief in den Datenblättern wühlen, um an diese Informationen zu kommen.

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