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Intel will Internet sicherer machen

10.09.2004 | 09:55 Uhr |

Mit einem neuartigen Netzwerk-Konzept will Intel das Internet sicherer machen. Das Konzept stellte Intel auf der IDF am Donnerstag vor.

Chipgigant Intel will mit einem neuartigen Netzwerk-Konzept das bestehende Internet sicherer, flexibler und "smarter" machen. Intel Technologie-Chef Pat Gelsinger präsentierte am Donnerstag (Ortszeit) in San Francisco eine Plattform, bei der leistungsstarke Netzwerk-Computer eine zusätzliche Schicht über der bestehenden Infrastruktur des Internets bilden, um Probleme bei der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Netzes in den Griff zu bekommen.

"Diese smarten Geräte könnten beispielsweise das Internet in die Lage versetzen, eigenständig eine Attacke durch einen Computerwurm zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten", sagte Gelsinger auf dem Intel-Entwickler-Forum (IDF). "Mit dieser Arbeit legen wir heute das Fundament für das Internet von morgen."

Das Internet der Zukunft soll laut Gelsinger sich selbst organisieren können: Übertragungsressourcen sollen dort verfügbar sein, wo sie benötigt werden, Flaschenhälse auf diese Weise umgangen werden. Zur Sicherheit soll es über Funktionen zur Selbst-Diagnose und –Heilung verfügen, zum Beispiel bei einer Virenattacke Frühwarnungen herausgeben zu können. Außerdem soll es sich an nationale Gesetzgebungsrahmen anpassen können – das künftige Internet könnte also in Deutschland anders funktionieren als in China.

Allerdings ist es unmöglich, Veränderungen am Internet durchzuführen, während es funktionsfähig bleiben soll. Die Lösung heißt Planet Lab : Dieser Verbund von Rechnern an Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen dient als Test-Netz für die künftigen Funktionen des Internets. Wie das Internetprotokoll über vorhandene Netzstrukturen, zum Beispiel das Telefonnetz übertragen wird, sitzt die Infrastruktur von Planet Lab über dem Internet – es ist sozusagen eine zusätzliche Netzwerkschicht. Momentan sind 440 Rechner an 194 Orten in 22 Länder zum Planetlab zusammengeschlossen.

Zuvor hatte Vint Cerf, der in den siebziger Jahren maßgeblich die Entwicklung des technischen Internet-Standards (TCP/IP) mitgestaltet hat, auf die Schwachstellen des existierenden Netzes hingewiesen. "Wir benutzen heute noch eine Technologie, die 1978 definiert wurde", sagte Cerf auf dem Intel-Forum. "Das Internet ist nach 26 Jahren immer noch ziemlich primitiv", sagte der Vorstandsvorsitzende der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), die Namen und Adressen im Internet verwaltet und somit technische Aspekte des Internets koordiniert.

Insbesondere die Sicherheit des Netzwerks lasse noch zu wünschen übrig. "Je größer das Netz wird, desto mehr Angriffspunkte entstehen." Außerdem entstünden ständig neue Bedrohungen wie zum Beispiel Viren, die Mobiltelefone attackierten.

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