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Intel verzeichnet Kurseinbrüche

22.09.2000 | 12:02 Uhr |

Intel hat die Börse an der Wall Street am Donnerstag nach Börsenschluss in Aufregung versetzt. Der weltgrößte Chiphersteller ließ verlauten, dass die zu erwarteten Umsätzen im dritten Quartal 2000 niedriger ausfallen werden, als erwartet. Vor allem die schwächere Nachfrage in Europa sei der Grund für die überraschende Negativprognose.

Während Branchenexperten mit einem Umsatzzuwachs von neun bis zehn Prozent gerechnet hatten, gab Intel an, im dritten Quartal nur einen Umsatzanstieg von drei bis fünf Prozent gegenüber dem Umsatz von 8,3 Milliarden Dollar im zweiten Quartal erreicht zu haben.

Nach den schlechten Prognosen brach die Intel-Aktie im nachbörslichen Handel um 21 Prozent auf 48,56 Dollar ein. Das bedeutete nach Berechnungen der amerikanischen Wirtschaftsnachrichtenagentur "Bloomberg" einen Wertverlust der Intel-Aktien von insgesamt 77 Milliarden Dollar . Es handele sich um eine der bisher größten Einbußen. Schon im Laufe des Tages hatte die Intel-Aktie im regulären Handel 1,58 Dollar verloren und war auf 61,48 Dollar gefallen.

Im Laufe des Jahres hatte die Intel-Aktie einen enormen Zuwachs von 49 Prozent verzeichnet. Auf Grund der Warnung eines Analysten kam es aber zu einem ersten Kurseinbruch im September, der sich nach den schlechten Prognosen von Intel nun dramatisch verstärkte.

Andere führende Technologiewerte wie Advanced Micro Devices (AMD), Micron Technology, Dell Computer, Compaq Computer, Microsoft, CiscoSystems und Applied Materials wiesen ebenfalls hohe Kursverluste im nachbörslichen Handel auf. Branchenkenner befürchten, dass eine schwächere Personal Computer-Nachfrage, auch andere Chip-, Computer-, Software- und sonstigen einschlägigen Unternehmen treffen könnte.

Auch auf dem deutschen Börsenparkett setzte sich der Negativ-Trend der wichtigsten Technologiewerte Freitagmorgen fort. Nach Beginn des Handels erlitten Intel, AMD und alle anderen großen Technolgie-Unternehmen Kurseinbrüche mit zum Teil zweistelligen Prozentzahlen.

Intel machte keinen genaueren Angaben über die Geschäftssituation in Europa. Eine genaue Gewinnprognose wurde ebenso nicht gemacht. Das Unternehmen erwartet für das dritte Quartal eine Bruttogewinnmarge von 62 Prozent mit einem Spielraum von einem Prozent nach oben oder unten. Die Gesellschaft hatte bisher mit einer Bruttogewinnmarge von 63 bis 64 Prozent gerechnet. Für das Gesamtjahr geht Intel von einer Gewinnmarge von 63 Prozent aus.

Die Gesellschaft erwartet im dritten Quartal Zins- und sonstige Einnahmen von 900 Millionen Dollar gegenüber einer bisherigen Prognose von 800 Millionen Dollar. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Fusionen und Übernahmen dürften für das Jahr 2000 rund vier Milliarden Dollar erreichen. Die Investitionen dürften sechs Milliarden Dollar betragen.

Analysten glauben, dass auch der schwache Euro das Intel-Geschäft in Europa beeinträchtigt haben dürfte. Es haben inzwischen zahlreiche US-Unternehmen auf Grund der Wechselkursveränderungen Gewinnwarnungen gegeben. (PC-WELT, 22.09.2000, dpa/ pk)

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