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Intel und VIA: Lizenzstreit geht weiter

07.07.2000 | 15:19 Uhr |

Im Lizenzstreit um Chipsätze für Celeron und Pentium III haben Intel und Via das Kriegsbeil vorerst begraben. Was Vias Chipsätze für Nicht-Intel-Prozessoren betrifft, ist die Rechtslage jedoch nach wie vor ungeklärt. Offen bleibt auch, ob Via Chipsätze für den Cyrix III fertigen darf.

Intel und VIA haben nach jahrelangem Rechtsstreit das Kriegsbeil begraben. Zumindest vorerst. VIA zahlt Lizenzgebühren in unbekannter Höhe an Intel und darf im Gegenzug Chipsätze für den Celeron und Pentium III bauen. Dafür beharrt Intel bei der International Trade Commision (ITC) nicht länger auf ein Importverbot in die USA für die Apollo-Chipsätze PM 133, PM 601, Pro 133 und Pro 133A. Pikant: Pentium-4-Chipsätze von anderen Herstellern wird es voraussichtlich nie geben, da Patenthalter Intel keine Lizenzen für die neue 32-Bit-Architektur vergeben will.

Noch nicht geklärt ist zum einen der Rechtsstreit um VIA-Chipsätze, die - so absurd es klingt - Nicht-Intel-Prozessoren unterstützen. Insidern zufolge hat Intel die Nutzungsrechte an der PC-100-Technik an gewisse Bedingungen geknüpft. Angeblich dürfen die Chipsatz-Hersteller Produkte, die diesen Standard nutzen, nur für Intel-CPUs entwickeln. Außerdem darf ein Lizenznehmer diese Spezifikation wohl nur mit dem Einverständnis von Intel weiter entwickeln. Damit hätte VIA mit den AMD-Chipsätzen KX 133 und KT 133 gleich gegen beide Punkte verstoßen.

Weiter offen: die Streitigkeiten um den Sockel 370 - konkret VIAs Cyrix III und alle Nachfolgeprodukte, die auf diesem Steckplatz basieren. VIA argumentiert, dass der Halbleiterhersteller National Semiconductors - er verfügt über ein entsprechendes Lizenzabkommen mit Intel - die Prozessoren fertigt. Außerdem habe VIA mit dem Erwerb der Chipschmieden Cyrix und IDT auch die Lizenzrechte der Firmen erworben. Der CPU-Riese sieht das natürlich völlig anders. (PC-WELT, 07.07.2000, ms)

Presseerklärung von Intel

Presseerklärung von Via

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