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Intel stoppt Entwicklung von LCOS-Chips

22.10.2004 | 11:21 Uhr |

Sie sollen großformatige Rückprojektions-Fernseher für jedermann erschwinglich machen und zudem für atemberaubende Bilddarstellung sorgen: "LCOS"-Chips. Doch jetzt hat Intel bekannt gegeben, dass das Unternehmen die Entwicklung dieser Technologie komplett eingestellt hat.

Auf der IDF im Januar diesen Jahres präsentierte Intel erstmalig den so genannten "LCOS"-Chip. Bis Ende 2004 sollte diese Komponente die Herstellung von Rückprojektions-Fernsehern mit 50 Zoll Diagonale für weniger als 2000 Euro ermöglichen. Lcos-Chips sollten sich auch für Projektoren eignen und HDTV-fähig sein.

Nachdem im August diesen Jahres die Einführung des Lcos-Chips auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, kam jetzt das Aus. Anscheinend war die Herstellung der Komponente aufwendiger, als zunächst angenommen. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Gegenüberstellung der bislang investierten Kosten zu den erwarteten Gewinnen, so Unternehmenssprecherin Shannon Love. Auf Grund dieser Berechnung habe Intel laut Love entschieden, sich auf andere Produkte zu fokussieren, die höhere Umsätze versprechen.

Im Kampf um den TV-Markt musste sich Intel vor allem gegen Texas Instruments behaupten. Dessen "DLP"-Prozessoren mit einer Auflösung von einem Megapixel laufen sehr erfolgreich und werden von einigen Herstellern wie Thomson oder LG verbaut. Intel hätte somit die Produktion eines Lcos-Chips mit zwei Megapixel Auflösung forcieren müssen, um im Rennen zu bleiben. Ob das Unternehmen es jemals geschafft hat, einen funktionierenden Prototyp mit dieser Auslösung zu produzieren, wollte Love nicht kommentieren.

Intel verschiebt LCOS-TV-Chip (PC-WELT Online, 17.08.2004)

IDF: Intels LCOS für Großbild-TVs zum Schnäppchenpreis (PC-WELT Online, 18.02.2004)

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