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Intel blickt skeptisch in die Zukunft

17.01.2001 | 12:19 Uhr |

Der weltgrößte Chiphersteller Intel rechnet auf Grund der weltweit gebremsten Konjunktur in den kommenden Monaten mit einem schwächeren Geschäft. Der Umsatz werde im ersten Quartal verglichen mit dem Schlussquartal 2000 voraussichtlich um 15 Prozent zurückgehen, teilte die Intel Corp (Santa Clara/Kalifornien) nach Börsenschluss mit.

Der Chiphersteller Intel blickt auch in Deutschland und Europa skeptisch auf die kommenden Monate. "Die Konjunktur ist derzeit nicht berauschend", meinte Günther Jünger, Geschäftsführer von Intel Zentraleuropa, gegenüber der dpa in München. Die letzten Analysten-Erwartungen für das vierte Quartal 2000 konnte Intel aber gut erfüllen. Nachbörslich zog der Intel-Aktienkurs in New York an.

Im vierten Quartal steigerte Intel weltweit den Gewinn je Aktie ohne Kosten für Zukäufe um zwölf Prozent auf 38 Cent je Aktie. Damit übertraf der Konzern die im Quartalsverlauf nach unten korrigierten durchschnittlichen Analysten-Erwartungen um einen Cent. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar (18,1 Milliarden Mark). Damit waren die Erlöse etwa so groß wie im dritten Quartal und im Rahmen der letzten Erwartungen.

Im Gesamtjahr 2000 wuchs der Umsatz um 15 Prozent auf 33,7 Milliarden Dollar. Damit habe man zum 14. Mal in Folge zulegen können, betonte das Unternehmen. Der Netto-Gewinn einschließlich Akquisitionskosten stieg um 44 Prozent auf 1,51 Dollar je Aktie. Intel übernahm im vergangenen Jahr 16 Firmen.

"Das war ein Jahr mit Rekordumsätzen und Rekordgewinnen. Allerdings behinderte die sich verlangsamende Konjunktur unser Wachstum im vierten Quartal und sorgt kurzfristig für Unsicherheit", meinte Intel-Chef Craig Barrett. Unter solchen Umständen sei es schwierig, die Produktnachfrage vorherzusehen. Die Bruttogewinnspanne werde im ersten Vierteljahr rund 58 Prozent betragen. Im Schlussquartal 2000 lag die Marge noch bei 63 Prozent.

Im ersten Quartal 2001 werde daher auch hier zu Lande mit einem schwächeren Geschäftsverlauf gerechnet. Allerdings sei in der zweiten Jahreshälfte wieder mit einer Belebung des Geschäfts zu rechnen. In Europa macht Intel etwa ein Viertel des Umsatzes.

"Der Umbau in eine Informations- und Telekommunikationsgesellschaft hat gerade erst begonnen", zeigte sich Jünger langfristig zuversichtlich. Auch der PC sei noch lange nicht aus der Mode. So stehe in Deutschland nur etwa in jedem dritten Haushalt ein Personal Computer, in Nordamerika liege die Quote schon bei über 50 Prozent.

Zudem entwickle sich der PC weiter und werde zunehmend mit dem Internet oder anderen Anwendungen vernetzt. Intel sei für die neue Ära gut aufgestellt.

Die Intel Corp hatte weltweit einen Umsatzrückgang von 15 Prozent für das erste Quartal verglichen mit dem Schlussquartal 2000 prognostiziert. In Europa rechne er mit einer ähnlichen Entwicklung, so Jünger.

Nach einem guten Start ins Jahr 2000 habe sich das Wachstum bereits in der zweiten Jahreshälfte überraschend stark abgeschwächt. Wachstumsimpulse erhofft sich Intel unter anderem vom neuen Pentium 4-Prozessor, für den intensiv geworben werden solle. (PC-WELT, 17.01.2001, dpa/ mp)

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