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Intel P4 kommt - aber nicht richtig

12.10.2000 | 12:16 Uhr |

Manche Dinge im Leben dauern länger. So wird auch der neueste Sprössling von Intel - der Pentium 4 - weit mehr als ein Jahr brauchen, bis er den Vorgänger Pentium 3 ablösen kann. Erst 2002 wird es laut Intel so weit sein, dass der P4 den technologisch weit unterlegenen P3 ablösen kann. Der Ende August vom Markt genommene P3 mit 1,13 Gigahertz wird seine Wiedergeburt nicht mehr in diesem Jahr erleben. Intel kündigte an, den von den Fehlern bereinigten Chip erst im Laufe des nächsten Jahres wieder auf den Markt zu werfen.

Gut Ding will Weile haben. So kommt zwar noch im November der Pentium 4 heraus, doch der technologisch überlegene Chip soll erst 2002 den Vorgänger ablösen. Intel führt für diese Vorgehensweise Marketing- und technologische Gründe an. Zwar werde schon jetzt der Pentium 4 veröffentlicht, aber es wird damit gerechnet, dass der P3 weiterhin die Haupt-Einnahmequelle des Chip-Giganten bleiben wird.

"Wann wird (der P4) zum ökonmischen Zentrum und wann wird es von der Stückzahl zu unserem Unternehmens-Zentrum? Es wird nicht 2001 sein", wird der Vize-Präsident der Intel Architecture Group, Bill Siu, zitiert.

Aber auch hier erfolgt eine Einschränkung seitens Intel: Zwar werde der P4 im Jahre 2002 den P3 von der Umsatzstärke überholen, aber "von der Stückzahl wird es länger dauern", so Bill Siu.

Derzeit investiert allerdings Intel einen derart großen Aufwand für den Pentium 4, dass für den 1,13-Gigahertz-Pentium 3-Chip keine Zeit zu bleiben scheint. Der 1,13-Chip war Ende August wieder vom Markt genommen worden, nachdem sich bei Tests ergeben hatte, dass Funktionsstörungen bei einigen Code-Sequenzen unter bestimmten Bedingungen zum Systemabsturz führen können.

Der Behebung dieses Problems nimmt Zeit in Anspruch. So dass Intel nun auch offiziell angekündigt hat, den vom Markt genommenen Chip erst im Laufe des nächsten Jahres wieder auf den Markt zu bringen.

Während AMD also die Gigahertz-Schranke erfolgreich meistern konnte, stolpert Intel noch an dieser Hürde.

Der Druck von AMD steigt derart, dass Intel sogar schon vor der Veröffentlichung des Pentium 4 noch mal die Preise nach unten korrigierte, damit der Pentium 4 wenigstens auf dem Papier eine gute Figur macht.

Entscheidend für den Verbraucher ist aber immer noch die auf dem Markt gebrachte Stückzahl der neuen Chips. Und genau in diesem Punkt klotzte Intel bisher nicht, sondern kleckerte. Alle Produkte von Intel über ein Gigahertz kamen nur in geringen Mengen auf den Markt. (PC-WELT, 12.10.2000, pk)

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