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Intel-Defekt verstärkt Liefernöte

16.05.2000 | 13:05 Uhr |

Hardware-Hersteller unter Druck

Den Aussagen taiwanesischer Computerhersteller sowie Branchenexperten zufolge sollen die fehlerhaften Rambus-basierten Hauptplatinen von Intel zwar die Liefernöte der taiwanesischen Hardware-Hersteller verstärken, jedoch nur einen geringen direkten Einfluss auf die Auslieferung von Motherboards oder kompletten Rechnern haben.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, erklärten Herstellervertreter am Freitag, dass nur ein kleiner Prozentsatz ihrer Produkte von der Intel-Panne betroffen sei. Tseng Chiang-sheng, Vize-Präsident beim größten Motherboard-Hersteller, Asustek Computer, erklärte gegenüber der taiwanesischen Tageszeitung "Commercial Times", dass weniger als fünf Prozent der Produktion von den mangelhaften Hauptplatinen betroffen sei. Vielmehr würden Lieferengpässe bei Speichern und Controller-Chips die Produktion bei Asustek behindern.

Beim zweitgrößten Motherboard-Produzenten der Inselnation, Micro-Star International, sind nur drei Prozent der im April ausgelieferten Boards mit dem defekten 820-Chipsatz ausgestattet. Vertreter des größten taiwanesischen PC-Herstellers, Acer Inc., ließen verlauten, dass keines der von ihnen ausgelieferten Geräte mit dem fehlerhaften Board ausgestattet war.

"Es gibt generell starke Engpässe in der Hardware-Versorgungskette, der Intel-Bug kommt da nur als zusätzliches Problem hinzu", erklärte Dan Heyler, Asienexperte bei Merrill Lynch in Taipei, der Nachrichtenagentur Reuters. "Die nächste Zeit wird für verschiedene Hardware-Produzenten wegen Lieferengpässen eine enorme Herausforderung werden, denn entweder fehlen CPUs oder Chipsätze." Alex Chen, auf China spezialisierter Marktforscher von Masterlink Securities sieht diese Entwicklung ganz ähnlich: "Der Chipset-Bug ist nur etwas Frost auf dem Eisberg. Es mangelt in der Produktion überall an CPUs, ganz unabhängig von dem Intel-Fehler, wird es im Juni zu starken Lieferproblemen kommen."

Taiwanesische Hardwareunternehmen produzierten 1999 etwa 64 Prozent aller weltweit verkauften Motherboards sowie rund 49 Prozent aller Notebooks. (PC-WELT, 13.05.2000, jas)

Milliardenschaden für Intel (PC-WELT Online, 11.5.2000)

Intel ruft Boards zurück (PC-WELT Online, 10.5.2000)

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