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Institut zur Förderung von Medienkompetenz geht an den Start

04.12.2006 | 12:19 Uhr |

Eine der Forderungen, die im Zuge der derzeitigen "Killerspiel"-Diskussion derzeit oft genannt wird, ist, dass Eltern und Lehrer sich mit ihren Schützlingen über die Inhalte auseinandersetzen sollen, die sie am PC oder der Konsole spielen. Und sie sollen eingreifen, sobald Kinder Games spielen wollen, die nicht für ihr Alter frei gegeben sind. So einfach diese Forderung auch klingt: Viele Erwachsene haben schlicht keine Ahnung von Spielen. Hier soll das neue Institut zur Förderung von Medienkompetenz für Abhilfe sorgen.

Eltern und Lehrer sollen mehr darauf achten, was Kinder am PC oder der Konsole spielen und gegebenenfalls eingreifen. Hört sich einfach an, ist in der Praxis aber oftmals schwierig. Denn die meisten Eltern haben einfach keinerlei Erfahrung mit Videospielen an sich. Erst die jüngere Eltern-Generation, also ab Jahrgang 1970, hatte zumindest die Chance, mit Atari, C64, Amiga & Co. aufzuwachsen und sich entsprechend Wissen anzueignen. Das Institut zur Förderung von Medienkompetenz der Fachhochschule Köln "Spielraum" soll nun Eltern, Lehrern und Pädagogen bundesweit " Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Video- und Computerspielen vermitteln und über die Erscheinungsformen virtueller Spielewelten und aktuelle Forschungsergebnisse informieren".

Letztlich sollen diese Personengruppen "in die Lage versetzt werden, Kinder und Jugendliche zu einem angemessenen Umgang mit Computer- und Videospielen anzuleiten", so Spielehersteller Electronic Arts . Neben dem Spieleriesen wird "Spielraum" auch von Nintendo unterstützt.

Dr. Winfred Kaminski, Direktor des Instituts für Medienpädagogik und Medienforschung an der Fachhochschule Köln, Dr. Jürgen Fritz, Leiter des Forschungsschwerpunkts "Wirkung virtuelle Welten" an der Fachhochschule Köln sowie die Diplom-Sozialpädagogin Tanja Witting leiten das Institut "Spielraum". Dr. Jürgen Fritz verweist darauf, dass bei den wissenschaftlichen Vorarbeiten durch Befragungen festgestellt wurde, dass " zwar ein Mangel an Informationen bei Eltern, Lehrern und Pädagogen in Sachen Computer- und Videospiele besteht, gleichzeitig aber auch ein großes Bedürfnis, diese Wissenslücke zu füllen". Neben Schulungen für Eltern, Pädagogen, Kinder und Jugendliche sollen auch Lehrmodule für pädagogische Einrichtungen, Unterrichtseinheiten und Lehrmaterialien bereitgestellt werden.

Professor Dr. Winfred Kaminski: "Für viele Kinder und Jugendliche sind Computer- und Videospiele das Leitmedium geworden. Sie haben ein Recht darauf, auch in diesem Bereich eine angemessene Erziehung und Orientierung durch ihre Eltern und Lehrer zu erfahren. Voraussetzung dafür sind aber genauere Kenntnisse über die Chancen und Risiken dieses Mediums. Hier setzt Spielraum an."

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