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Instagram will Nutzerfotos ohne Zustimmung verkaufen

18.12.2012 | 17:00 Uhr |

Die Foto-Community Instagram will die Bilder seiner Nutzer künftig weiterverkaufen – ohne die Fotografen am Gewinn zu beteiligen oder deren Einverständnis einzuholen.

Instagram hat in dieser Woche seine Nutzungsbedingungen und seine Datenschutzrichtlinien geändert. Die neuen AGBs treten ab 16. Januar 2013 in Kraft und halten so manchen Stolperstein für Instagram-Nutzer bereit. So erteilen Mitglieder dem Betreiber mit den neuen Richtlinien die Erlaubnis, ihre Fotos zu Werbezwecken weiterzuverkaufen. Eine Gewinnbeteiligung oder eine vorherige Benachrichtigung gibt es dabei nicht. Neben den Fotos leitet Instagram außerdem die Daten der Fotografen an zukünftige Kunden weiter.

Branchenexperten zufolge könnte Instagram damit zu einer Bildagentur avancieren, nur dass deren Mitglieder im Gegensatz zu Konkurrenz-Plattformen keinen Cent für ihre Arbeit bekommen. Das gilt auch für Menschen die als „Model“ von Instagram-Nutzern fotografiert wurden. Die neuen Nutzungsbedingungen gelten laut Instagram sowohl für Minderjährige als auch für Volljährige Mitglieder. Mit der Teilnahme am Foto-Netzwerk setzt der Betreiber eine Einwilligung der Erziehungsberechtigten voraus.

Während die Änderungen der Instagram-AGBs für Datenschutzexperten wie eine Gewinnmaximierung wirken, rechtfertigt das Unternehmen die Anpassungen mit einer besseren Zusammenarbeit mit Facebook. Das weltgrößte Social Network hatte die Foto-Community in diesem Jahr übernommen . Beide Plattformen werden zudem ihre Nutzerdaten in Zukunft teilen. Dazu zählen nicht nur Profil-Details, sondern auch Geodaten, Geräte-IDs, Cookies und Logfiles. Auch hierfür hat Instagram eine offizielle Erklärung parat, die natürlich ganz im Sinne der Nutzer ist: Über die gemeinsamen Daten mit Facebook wolle die Plattform Spam bekämpfen und neue Funktionen entwickeln.

Instagram kündigt Web-Profile im Stile der Facebook-Timeline an

Bei den Richtlinien für die persönlichen Daten der Mitglieder nimmt Instagram ebenfalls Änderungen vor. So müssten Nutzer stets dafür sorgen, dass ihre Angaben korrekt und auf dem neuesten Stand sind. Damit scheint sich der Dienst den Klarnamen-Richtlinien von Facebook anzunähern.

Eine Möglichkeit, den neuen AGBs von Instagram zu widersprechen gibt es leider nicht. Wer mit den Änderungen nicht einverstanden ist, kann lediglich sein Konto löschen, um dem Verkauf seiner Fotos zu entgehen.

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