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Insolvenzverwalter klagt gegen Kodak

28.11.2006 | 14:11 Uhr |

Der ehemalige Insolvenzverwalter der Kodak-Tochter KFS hat den Mutterkonzern auf 74,5 Millionen Euro verklagt.

Begutachtet man die aktuellen Vorgänge um die ehemalige Kodak -Tochtergesellschaft KFS, werden unweigerlich Erinnerungen an den kürzlichen BenQ-Mobile-Skandal wach. Werner Schreiber, Ex-Insolvenzverwalter des Tochterunternehmens, hat den Mutterkonzern nun auf 74,5 Millionen Euro sowie zwei ehemalige Geschäftsführer auf je fünf Millionen Euro verklagt. Letztere sollen gegen den Paragrafen 43 des GmbH-Rechts verstoßen haben, demzufolge ein Geschäftsführer nicht zum Schaden seiner Gesellschaft handeln darf. Im Jahr 2003 hatte Kodak seine Fotolaborgesellschaft KFS zum symbolischen Preis von einem Euro an die BHG Color-&-Print-Gruppe verkauft – nur drei Monate später war KFS pleite. Nach weiteren drei Monaten war auch BHG insolvent, insgesamt waren rund 2.500 Mitarbeiter deutschlandweit betroffen.

Ähnlich BenQ Mobile warfen auch hier die Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber vor, „kalt entsorgt“ worden zu sein. Auch gegen den Ex-Beiratsvorsitzenden und die ehemalige Geschäftsführerin von BHG läuft bereits ein Verfahren wegen Verdachts auf Insolvenzverschleppung, Untreue und Gläubigerbegünstigung. Kodak gab bekannt, dass man 2003 an ein wettbewerbsfähiges Konzept der BHG geglaubt habe. Zudem hätte man der KFS damals rund 14,5 Millionen Euro in günstigen Lieferverträgen, Barmitteln und Immobilien mitgegeben. Als Schreiber aber als Insolvenzverwalter eingesetzt wurde, fand er nach eigenen Aussagen nur leere Konten vor. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, der Prozess wurde am Montag in Stuttgart eröffnet.

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