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Navigations-App setzt auf erweiterte Realität

22.05.2010 | 16:31 Uhr |

Der AR-Spezialist (Augmented Reality) Mobilizy hat anlässlich der Entwicklerkonferenz Google I/O US-Nutzer zum Test von "Wikitude Drive" für Android eingeladen.

Dabei handelt es sich um eine App, die ein neuartiges Navigations-Erlebnis verspricht. Denn statt mit einer Kartenansicht zu arbeiten, wird die Route dem Live-Bild der Handy-Kamera überlagert. Das soll die Navigation einfacher und auch sicherer machen. Zwar mussten die Beta-User schon nach wenigen Stunden feststellen, dass der Dienst nicht mehr verfügbar ist. Doch war ein relativ kurzer Testlauf laut Unternehmen geplant. "Es ging jetzt um User-Feedback, ob das Konzept in dieser Form ankommt und was noch optimiert werden muss", heißt es seitens Mobilizy gegenüber pressetext. Nun soll zügig eine endgültige Version umgesetzt werden, mit der das Unternehmen nicht nur auf Autofahrer abzielt.

Im Auto wird das Smartphone in einer geeigneten Halterung hinter der Windschutzscheibe angebracht. Per Kamera kann so die Umgebung aufgenommen und dann direkt im Video-Bild per eingeblendeter Linie angezeigt, wie der Fahrer an sein Ziel kommt. Das bietet dem Unternehmen zufolge den Vorteil, dass der Nutzer keine abstrakten Karten verstehen muss, sondern auf eine sehr natürliche Art navigieren kann.

Weiters verspricht sich Mobilizy davon mehr Sicherheit, da die reale Straße immer im Blick bleibt. Wenn ein Fahrer dagegen bei 100 Stundenkilometern auf der Schnellstraße nur eine Sekunde auf eine Kartenansicht schaue, wäre er immerhin für 28 Meter praktisch im Blindflug unterwegs. "Die AR-Ansicht funktioniert auch in einem Fußgänger-Modus", so Mobilizy. Dieser könnte für User insofern attraktiv sein, weil man sich bei Gehgeschwindigkeit leichter mit den Möglichkeiten des Systems befassen kann.

Allerdings ist Wikitude Drive keine reine AR-Anwendung, sondern erlaubt auch das Umschalten auf eine herkömmliche 3D-Kartenansicht. Das ist dem Unternehmen zufolge gerade für die Auto-Navigation sinnvoll, da eine klassische Kartenansicht beispielsweise bei Dunkelheit doch günstiger sei. Jedenfalls werden Daten für die Navigations-Apps in textbasierter komprimierter Form übertragen, damit die Kosten für den User nicht explodieren. "Selbst Roaming-Gebühren im Ausland sollten sich damit in erträglichem Rahmen halten", heißt es seitens Mobilizy.

Ob der Testlauf für 2.000 US-Nutzer tatsächlich ganz so kurz ausfallen sollte, scheint fraglich. Immerhin spricht das Unternehmen davon, dass die Backend-Server wegen unerwartet hoher Belastungsspitzen abgedreht wurden. Jedenfalls sei man jetzt dabei, letzte Details mit dem Navigationsdaten-Anbieter Navteq zu klären und der App den letzten Schliff zu verpassen. Der endgültige Produktstart solle aber "in Kürze" erfolgen.

(pte)

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