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Innenminister: Gewaltspiele gehören nicht ins Kinderzimmer

22.12.2004 | 12:22 Uhr |

Scharfe Kritik an der zunehmenden Gewalttendenz in PC-Spielen und der Indizierungspraxis hat jetzt Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm geübt.

Im Hinblick auf den Amoklauf des 19jährigen Jugendlichen Robert S. in einem Gymnasium in Erfurt und die derzeit gängige Indizierungspraxis sagte der Innenminister: "Nach der Bluttat von Erfurt waren sich alle über den negativen Einfluss von Gewaltspielen auf Kinder und Jugendliche einig. Inzwischen aber scheinen die Lehren von Erfurt bei vielen in Vergessenheit geraten zu sein."

Und weiter: "Die Unabhängige Selbstkontrolle funktioniert nicht. Sie lässt Gewaltdarstellungen zuviel Raum. Vielfach werden die noch schlimmeren Nachfolgeversionen von einst indizierten Gewaltspielen nicht mehr auf den Index gesetzt und sind damit Kindern und Jugendlichen zugänglich."

Spiele-Entwickler und Anbieter müssten sich fragen lassen, welches "Menschenbild und welches Verantwortungsbewusstsein“ sie haben. "Wer das brutale Morden und die Verstümmelung von möglichst vielen Kindern, Frauen, älteren Menschen, Polizisten oder schlicht so genannten 'Feinden' zum obersten Ziel eines Computerspiels macht, handelt nicht nur menschenverachtend. Er untergräbt auch die Werte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten“, so Schönbohm.

Der Brandenburgische Innenminister macht dementsprechend keinen Hehl daraus, dass Handlungsbedarf angesagt ist. Sollte die Spiele-Branche nicht selbst dem "Treiben" Einhalt gebieten, könnte dies seiner Meinung nach "notfalls auch durch schärfere Gesetze“ geschehen.

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