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Initiative zur Verbreitung von Linux als Handy-Betriebssystem

04.04.2006 | 16:57 Uhr |

Heute startet das Industrie-Konsortium Open Source Development Labs (OSDL), zu dem solch namhafte Mitglieder wie Intel, IBM, NEC und CA gehören, in Peking eine Initiative, um Linux als Handy-Betriebssystem weiter zu verbreiten. OSDL will damit bestehende Systeme für Mobiltelefone verbessern, neue Applikationen entwickeln und verschiedene andere Open-Source-Initiativen unterstützen.



Derzeit ist die von MontaVista Software für mobile Geräte entwickelte Version des Betriebssystems Linux hauptsächlich für Highend-Mobiltelefone mit leistungsfähigen Prozessoren und großer Speicherkapazität geeignet. Ein Ziel von OSDL sei es daher, die Software auch auf weniger leistungsstarke Geräte zu bringen, sagt Bill Weinberg, Experte für Open Source-Systemarchitektur von OSDL.

"Bisher haben einige technische und ökonomische Hürden verhindert, dass Linux einen höheren Marktanteil bei mobilen Geräten hat", so Weinberg. Wirtschaftliches Hindernis sei in erster Linie, dass bei Standardgeräten vor allem kostengünstige und wenig leistungsstarke Komponenten eingesetzt werden.

Ein technisches Ziel des Konsortiums ist, die Software für das Herzstück des Betriebssystems, den Mainline Kernel, weiterzuentwickeln. Bisher haben sich die Entwickler des Betriebssystems um Linus Torvalds in erster Linie auf die Software für Mainstream-Geräte konzentriert. Features für Mobiltelefone oder Robotersteuerungen seien bisher vernachlässigt worden, so OSDL. Eine andere Aufgabe der Initiative werde die Weiterentwicklung der Basisband-Prozessoren sein. OSDL wolle diese Komponenten der Chips, die die Funkverbindung steuern, beschleunigen, um eher bei Standardgeräten eingesetzt zu werden, meint Weinberg.

Wenn das Konsortium erfolgreich ist, sei das Resultat eine einfachere Software für Handys und ein weiter verbreiteter Einsatz von Linux. "Die Hersteller von Mobiltelefonen wünschen sich, dass nur ein einziges Betriebssystem auf Handy eingesetzt wird. Linux ist dafür ein starker Kandidat", so OSDL-CEO Stuard Cohen.

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