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Infineon wird zerschlagen

Europas größter Chipkonzern wird zerschlagen. Der Aufsichtsrat stimmte am Donnerstag für eine Abspaltung der Speicherchip-Sparte bis Mitte 2006.

Das neue Unternehmen solle dann an die Börse gebracht werden, teilte Infineon in München mit. Damit trennt sich der Halbleiterkonzern von etwa 40 Prozent seines Umsatzes. Das Geschäft mit DRAM-Speicherchips gilt als risikoreich und sehr schwankungsanfällig. Daher will der gebeutelte und zuletzt verlustreiche Infineon-Konzern durch die Aufspaltung in ruhigeres Fahrwasser kommen.

Der künftig deutlich kleinere Infineon-Konzern wird sich nach der Abspaltung auf Logik-Produkte zum Beispiel für die Autoindustrie und die Telekommunikationsbranche konzentrieren. "Beabsichtigt ist, die Erlöse aus einem möglichen Börsengang des Speicherbereichs in den gezielten Ausbau des Logikgeschäfts zu investieren", hieß es. Konzern-Chef Wolfgang Ziebart betonte aber, auch der Speicherbereich gewinne durch die neue Selbstständigkeit an Handlungsspielraum.

Auch der neue Speicherchip-Konzern soll seinen operativen Sitz in Deutschland haben. Dresden bleibt das Technologie-Entwicklungszentrum des Unternehmens. Chef wird Kin Wah Loh, der die Speichersparte bei Infineon bereits heute führt.

In der Vergangenheit war auch bei Infineon auf Synergien bei der Produktion von Speicher- und Logikchips verwiesen worden. Die technologischen Prozesse und die Geschäftsmodelle hätten sich aber auseinander entwickelt, erklärte Ziebart. Durch die Abspaltung entstehe nun ein Speicher-Konzern von Weltrang. "Die rechtliche Selbstständigkeit, aber auch der direkte Zugang zum Kapitalmarkt werden die Flexibilität im Hinblick auf strategische Kooperationsmöglichkeiten erhöhen sowie die Finanzierungsmöglichkeiten erweitern."

An der Börse legte der Infineon-Aktienkurs nach der Ankündigung um zwischenzeitlich 1,7 Prozent auf rund 8,30 Euro zu. "Die geplante Ausgliederung ist eine positive Nachricht", meinte Merck-Finck- Analyst Theo Kitz. Am besten wäre nach seiner Einschätzung zunächst eine strategische Partnerschaft und erst später ein Börsengang der Sparte.

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