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Infineon schließt Werk in München

23.02.2005 | 16:29 Uhr |

Infineon schließt den Produktionsstandort München. Allerdings geht es diesmal nicht um eine Produktionsverlagerung ins Ausland, wenn man dem Unternehmen glauben darf. Die Anlagen in München seien veraltert, außerdem würden Kapazitäten in andere Werke unter anderem in Deutschland verlagert.

Der deutsche Chip-Hersteller Infineon will den Produktionsstandort München schließen. Das gab das Unternehmen heute bekannt. Des einen Leid ist des anderen Freud - denn von der Schließung des Münchner Werkes profitiert ein anderer deutscher Standort.

Die Chipfertigung in München Perlach werde aus Wirtschaftlichkeitsgründen eingestellt. Vorgesehen sei, die Produktion aus München Perlach zu einem großen Teil nach Regensburg und zu einem kleineren Teil nach Villach zu verlagern. Die Fertigung im Werk München Perlach werde bis Anfang 2007 heruntergefahren.

Im Werk München Perlach arbeiten derzeit etwa 800 Mitarbeiter, so das Unternehmen. Der mit der Verlagerung verbundene Umbau solle so sozialverträglich wie möglich geschehen. Infineon prüft die Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung. Unterstützende Personalmaßnahmen für die verbleibende Zeit der Produktion sowie für den Auslauf der Fertigung werden mit der zuständigen Arbeitnehmervertretung verhandelt.

Auslöser für die Entscheidung sei die Struktur des Werkes in München Perlach. Vor etwa 20 Jahren als Forschungsstandort gegründet, ist das Werk heute auf die Fertigung von Halbleiterbauelementen in Spezialtechnologien ausgerichtet. Die Hochfrequenzprodukte haben bisher den größten Anteil am Fertigungsvolumen dargestellt. Die Funktion dieser Produkte werde aber zunehmend in Feinstruktur-CMOS-Chips integriert, die nicht in Perlach gefertigt werden können. Das bedeutet, dass diese Produkte dort auslaufen werden.

Eine weitere Nutzung der Perlacher Produktionskapazitäten sei wirtschaftlich und technisch nicht sinnvoll. In München Perlach werde ausschließlich auf 150mm-Siliziumscheiben gefertigt. Für viele Technologien entspricht dies nicht mehr dem aktuellen technischen und wirtschaftlichen Standard. Der Fertigungsstandard bei Logik-Produkten sind Infineon zufolge nämlich 200mm-Wafer. Der Kostennachteil der 150mm-Fertigung gegenüber der 200mm-Fertigung sei erheblich und nehme weiter zu.

Mit dem Transfer der verbleibenden Technologien nach Regensburg und Villach werde die Fertigung größtenteils auf 200mm umgestellt.

In Regensburg arbeiten 3100 Mitarbeiter bei Infineon, das Werk ist somit deutlich größer als die Münchener Niederlassung. In der Bezirkshauptstadt der Oberpfalz werden Chips für Sprach- und Daten-Kommunikation, Automobil- u. Industrieelektronik sowie Sicherheits-Systeme u. Chipkarten gefertigt.

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