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Infineon ergattert Großauftrag für Personalausweise mit Chipkarten

10.06.2002 | 15:12 Uhr |

Endlich einmal Grund zur Freude für die Aktionäre des gebeutelten Chipherstellers Infineon: Der deutsche Konzern hat einen Großauftrag im Land der Mitte an Land gezogen. Ab Juli 2003 erhalten alle Bewohner von Hong Kong, die älter als elf Jahre sind, einen neuen Chipkarten-Ausweis, der die bisherigen plastiklaminierten Personalausweise mit Foto ersetzt.

Endlich einmal Grund zur Freude für die Aktionäre des gebeutelten Chiphersteller Infineon: Der deutsche Konzern hat einen Großauftrag im Land der Mitte an Land gezogen. Ab Juli 2003 erhalten alle Bewohner von Hong Kong, die älter als elf Jahre sind, einen neuen Chipkarten-Ausweis, der die bisherigen plastiklaminierten Personalausweise mit Foto ersetzt.

Die Chipkarte mit der Bezeichnung "Smart Identity Card System" (Smartics) wird demnach insgesamt an rund 6,8 Millionen Menschen ausgegeben. In der ersten Phase empfangen 1,2 Millionen Bewohner der ehemaligen britischen Kronkolonie die neuen Chipkarten-Ausweise. Smartics kann auch als Führerschein und Bibliotheksausweis genutzt werden.

Auf der Karte sind unter anderem Name und Portraitfoto des berechtigten Nutzers aufgedruckt. Der Mikrocontroller-Chip der Karte integriert modernste Sicherheitsfunktionen, die die verschlüsselt gespeicherten Daten schützen sollen. Diese umfassen neben der Ausweisnummer auch den Namen und das Geburtsdatum des berechtigten Kartenhalters sowie die charakteristischen Merkmale seiner Daumenabdrücke. Der Smartics-Ausweis lässt sich damit eindeutig seinem berechtigten Nutzer zuweisen. Dabei ist nicht der vollständige Daumenabdruck gespeichert, sondern die Lage seiner besonderen Merkmale, wie der Linienenden und -verzweigungen, zueinander. Die ursprünglichen Fingerabdrücke lassen sich aus diesen Daten nicht wieder rekonstruieren.

Ähnlich dem Prozessor eines Computers läuft der Sicherheits-Chip mit Anwendungssoftware und einem Betriebssystem, das auf der SMARTICS-Karte von dem australischen Unternehmen Keycorp zur Verfügung gestellt wird. Ein Konsortium aus verschiedenen Unternehmen übernimmt die Ausgabe der Chipkarten in der ersten Projektphase. Konsortialführer ist die PCCW Business e-Solutions, eine Tochtergesellschaft der Pacific Century CyberWorks. Weitere Mitglieder des Konsortiums sind die US-amerikanische ACI Worldwide & Cogent System, die SecureNet Asia aus Hong Kong, Mondex International aus Großbritannien, die Schweizer Trub AG, und das Unternehmen Keycorp.

Weitere Informationen zu Infineons Sicherheits- und Chipkarten-ICs erhalten Sie hier.

Intel: Chiptechnologie wird Telekom-Branche entscheidend verändern (PC-WELT Online, 28.05.2002)

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