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Indische IT-Industrie im Fadenkreuz von Terroristen

29.12.2005 | 13:35 Uhr |

Indien beheimatet die Entwicklungs- und Forschungsabteilungen zahlreicher Softwareschmieden. Man kann das Schwellenland durchaus als eine Programmiererhochburg bezeichnen. Außerdem haben einige Unternehmen ihren Beratungsservice in Form von Callcentern dorthin verlagert. Seit längerem befürchten indische Sicherheitsbehörden, dass die boomende PC-Branche zum Ziel terroristischer Anschläge werden könnte. Ob dieser Verdacht bereits für das jüngste Blutbad am einer dieser Forschungseinrichtungen zutrifft, steht derzeit noch nicht fest.

Am Mittwoch kam es am "Indian Institute of Science (IISc)" in Bangalore zu einem Blutbad. Ein Bewaffneter schoss auf Wissenschaftler, die gerade einen Konferenzsaal verließen. Er tötete eine Person und verletzte vier weitere. Weitere Details sind zu dem Vorfall nicht bekannt.

Die Polizei von Bangalore konnte bis jetzt nicht bestätigen, ob die Schießerei in der indischen Forschungseinrichtung terroristische Hintergründe hat. Das "Indian Institute of Science" gehört immerhin zu den prestigeträchtigsten Forschungseinrichtungen Indiens und dürfte deshalb als Ziel für einen Terroranschlags durchaus interessant sein.

Die Polizei versetzte sicherheitshalber die gesamte Stadt in Alarmzustand und riet IT-Unternehmen, ihre Sicherheitsmaßnahmen weiter zu verstärken. Bereits am Montag hatte die Polizei drei Verdächtige festgenommen. Sie sollen Anschläge auf die Softwareschmieden in Bangalore und Hyderabad im Schilde geführt haben. Unmittelbar nach den Verhaftungen verschärften etliche Unternehmen ihre Sicherheitsvorkehrungen.

Die indischen Sicherheitsbehörden haben bereits vor einiger Zeit Software- und IT-Dienstleistungsunternehmen davor gewarnt, dass sie ins Fadenkreuz von Terroristen geraten könnten. Als die Polizei nämlich im März drei Mitglieder einer Terrorvereinigung tötete, fanden die Behörden bei den Terroristen Unterlagen mit Hinweisen auf Selbstmordanschläge gegen Softwareunternehmen in Bangalore ( die PC-WELT berichtete ).

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