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Indien erlaubt wieder Porno-Webseiten

05.08.2015 | 15:55 Uhr |

Indische Internet-Nutzer dürfen wieder Pornos anschauen. Die indische Regierung hat ein entsprechendes Verbot aufgehoben. Mit einer wichtigen Ausnahme.

Die indische Regierung hat die Zugangssperre für mehr als 800 Pornoseiten wieder aufgehoben, wie indische Medien berichten. Nur noch Webseiten mit Kinderpornografie bleiben gesperrt.

Wütende Porno-Gucker sprachen von Talibanisierung

Die Sperre für Porno-Webseiten hatte Indien erst vor wenigen Tagen verhängt. Konkret wies die Regierung die indischen Internet-Service-Provider (ISP) an, den Zugang zu den fraglichen Webseiten für Internetnutzer in Indien zu sperren. Die betroffenen Nutzer äußerten daraufhin in diversen indischen Foren und in sozialen Medien heftig ihren Unmut. Von einer Talibanisierung war die Rede. Schnell kursierten Tipps zum Umgehen der Sperre. Beispielsweise mit Hilfe von VPN.

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Indische Regierung rudert zurück

Der heftige Protest zwang die indische Regierung offensichtlich zum Umdenken. Sie erlaubt den ISP jetzt wieder den Zugang zu den Porno-Webseiten zu ermöglichen. Ausgenommen sind nur solche Webseiten, auf denen Kinder-Pornografie gezeigt wird. Die ISPs sind verpflichtet die pornografischen Inhalte daraufhin zu überprüfen, ob es sich um „normale“ Pornografie oder um verabscheuungswürdige Kinder-Pornos handelt.

Google verbannt Porno-Werbung

Die Blockade-Anweisung der indischen Regierung hatte 857 Webseiten betroffen, darunter so bekannte wie Youporn oder PornHub. Der Rechtsanwalt Kamlesh Vaswani hatte die Liste der Pornoseiten zusammengestellt. Der Rechtsanwalt argumentierte, dass Online-Pornografie die Gewaltbereitschaft gegen Frauen steigern und die Moral verderben würde.

Indien machte in der Tat immer wieder Schlagzeilen mit besonders brutalen Vergewaltigungen. Ob allerdings tatsächlich die Internet-Pornografie dafür verantwortlich gemacht werden kann, oder ob es sich nicht eher um ein Problem der indischen Gesellschaft und des Frauenbildes in Indien handelt, ist eine ganz andere Frage. Der oberste indische Gerichtshof jedenfalls lehnte es ab Online-Pornografie zu verbieten. So dass die Regierung aus eigener Verantwortung heraus so entschied.

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