11.02.2010, 15:54

Panagiotis Kolokythas

In der Kritik

Google Buzz verrät Google-Mail-Kontakte

Sie möchten nicht, dass das gesamte Web ihre Google-Mail-Kontakte kennt? Dann sollten Sie Google Buzz nicht einsetzen - oder zumindest einige Vorsichtsregeln einhalten.
Google Buzz ist in dieser Woche gestartet und soll Google Mail um Social-Community-Funktionen ergänzen, die an Facebook und Twitter erinnern. Aber es gibt auch bereits die erste Kritik an Google Buzz. Der Grund: Google Buzz kennt die Google-Mail-Kontakte, mit denen Sie häufig Mails austauschen oder chatten. Aus diesen Daten kompiliert Google Buzz eine Liste und beginnt nicht nur automatisch den Kontakt-Partnern zu "followen", sondern veröffentlicht diese Liste auch noch im Netz, so dass jeder im Web sehen kann, mit wem Sie in Kontakt stehen.
Der Silicon Alley Insider hat die Datenschutz-Lücke in Google Buzz entdeckt und gleich auch ein mögliches Horror-Szenario aufgezeigt: Eine Ehefrau könnte beispielsweise herausfinden, dass ihr Ehemann mit seiner Ex-Freundin im Mail-Kontakt steht und auch mit chattet. Oder der Arbeitgeber könnte herausfinden, dass ein Mitarbeiter im regelmäßigen Mail-Kontakt mit einem Konkurrenz-Unternehmen steht.
Damit das Horror-Szenario allerdings eintreten kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Ehe die Kontaktpartner öffentlich gelistet werden, müssen diese ebenfalls Google Buzz nutzen und auch noch bei den Profil-Einstellungen festgelegt haben, dass ihr Profil öffentlich sein soll. Letzteres geschieht in den Einstellungen zum Google Konto.
Standardmäßig ist das Profil eines Google-Anwenders nicht öffentlich. Will er allerdings Google Buzz nutzen, um sich der Öffentlichkeit mitzuteilen, dann muss er im ersten Schritt sein Profil für die Öffentlichkeit freigeben. Wichtig ist dabei das Häkchen bei "Die Liste der Personen anzeigen, bei denen ich mitlese und die bei mir mitlesen". Ist das Häkchen nicht gesetzt, dann erfährt niemand, wem Sie folgen und wer ihnen folgt. Außerdem sollten sie überprüfen, wem Sie automatisch über Buzz folgen und unerwünschte Kontakte einfach nicht weiter verfolgen.
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