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Fujitsu Siemens bringt erstes Bürgernotebook

29.08.2008 | 12:03 Uhr |

Fujitsu Siemens Computers (FSC) hat das ein Bürgernotebook mit Kartenleser für die Nutzung digitaler Signaturen vorgestellt.

Das Gerät verfügt über einen integrierten Chipkartenleser und richtet sich an alle Kunden, die E-Government-Anwendungen nutzen wollen. Bisher mussten User ein eigenes Kartenlesegerät kaufen und samt Software auf dem Rechner installieren. "Mit unserem Notebook bringen wir E-Government-Technologien näher zum Bürger. Es muss keine zusätzliche Hardware gekauft werden und die notwendige Software ist ebenfalls vorinstalliert", erläutert Wolfgang Horak, Managing Director bei FSC Österreich . Darüber hinaus eignet sich das Bürgernotebook auch für alle anderen Anwendungen der digitalen Signatur wie das rechtssichere Signieren von Dokumenten und Rechnungen.

Beim Bürgernotebook handelt es sich im Grunde um ein Standard-Notebook (Amilo Pi 2550), das mit zusätzlichem Kartenlesegerät ausgestattet ist. "Wir haben uns für ein Gerät entschieden, das in einer mittleren Preisklasse angesiedelt ist und auch von der Ausstattung dem aktuellen Stand entspricht", so Horak. So verfügt das Notebook über einen Intel Core 2 Duo Prozessor und drei Gigabyte Hauptspeicher. Die Festplatte fasst 320 Gigabyte Daten und für die richtige Grafikperformance sorgt eine "ATI HD Radeon HD 2400" mit 256 Megabyte Grafikspeicher. Als Betriebssystem kommt Windows Vista zum Einsatz. Der Preis wurde bei 699 Euro festgesetzt. Somit soll eine möglichst breite Zielgruppe angesprochen werden, sagt Horak.

Mit dem FSC-Bürgernotebook haben User alle Voraussetzungen, um E-Government-Anwendungen in Verbindung mit der Bürgerkarte zu nutzen. Die Bürgerkartenfunktion kann auf der e-card der österreichischen Sozialversicherungen sowie auf einer Bankomatkarte oder jeder anderen Chipkarte mit dem Aufdruck "a.sign premium" aktiviert werden. Die Bürgerkartenfunktion ermöglicht eine eindeutige, rechtsgültige Identifizierung im Internet. "Das größte Problem beim Einstieg ist meist die korrekte Installation der Hard- und Software. Hier haben wir die meisten Supportanfragen", berichtet Michael Butz, Geschäftsführer des österreichischen Zertifizierungsdiensteanbieters A-Trust . "Das Bürgernotebook hingegen ist vollständig vorkonfiguriert. Technische Probleme werden auf diese Weise vermieden, meint Butz. "FSC hat den ersten Schritt gemacht, um die Technologie näher zum Bürger zu bringen und einfacher handhabbar zu machen", sagt Christian Rupp, Sprecher der Plattform " Digitales Österreich " des Bundeskanzleramtes. "Wir hoffen natürlich, dass nun weitere Hersteller folgen werden."

Das Gerät ist ab Anfang September in vorerst limitierter Stückzahl beim Elektronikhändler MediaMarkt zu kaufen. "Je nachdem, wie das Produkt angenommen wird, werden wir weitere Geräte nachliefern. Zu einem Engpass wird es nicht kommen", verspricht Horak. Dass FSC der erste Notebookhersteller ist, der einen integrierten Kartenleser anbietet, begründet der Geschäftsführer mit der Nähe zum Produktionsstandort in Augsburg. "Wir haben die Möglichkeit, bereits ab einer Stückzahl von 500 Geräten speziell adaptierte Versionen zu produzieren. Das nützen auch viele unserer Abnehmer, bereits 35 Prozent des Outputs sind speziell nach Kundenwunsch angepasst."

"Die schnelle, flächendeckende und barrierefreie Umsetzung von E-Government in Österreich ist mir ein besonderes Anliegen. Viele Projekte wie HELP.gv.at oder 'E-Government findet Stadt' wurden bereits erfolgreich umgesetzt. Ich begrüße die innovative Idee des Bürgernotebooks, um allen Österreichern die Nutzung von bestehenden und zukünftigen Anwendungen so einfach und verlässlich wie möglich zu machen", betont Heidrun Silhavy, Bundesministerin für Frauen, Medien und Regionalpolitik, bei der Präsentation. Zu den möglichen Anwendungen, die mit dem Bürgernotebook sofort genutzt werden können, zählen unter anderem das Ausstellen einen Meldezettels, Strafregisterauszugs oder Staatsbürgerschaftsnachweises, die Beantragung eines Gewerbescheins, die Einreichung der Arbeitnehmerveranlagung sowie die Einsicht in Pensionskonten, Kranken- und Sozialversicherungsdaten. (pte/jp)

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