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Ein etwas anderer Antivirus-Ansatz

23.04.2010 | 16:38 Uhr |

Virenscanner gibt es eigentlich schon genug, doch Immunets Gratislösung will mit Cloud-Technik und durch Koexistenz mit bereits installierter Antivirus-Software den Schutz weiter verbessern.

Seit es Virenscanner gibt, raten Fachleute stets davon ab zwei Antivirusprogramme gleichzeitig über die Festplatte wachen zu lassen. Tatsächlich kann das zu Problemen führen. Doch Immunet legt Wert darauf, dass seine Gratislösung Immunet Protect friedlich mit anderen Schutzprogrammen koexistieren kann. Mehr noch: alle Immunet-Nutzer sollen sogar davon profitieren, wenn andere Virenscanner etwas entdecken.

Immunet Protect positioniert sich zunächst als zweite Meinung, soll den PC jedoch auch ohne eine installierte Antiviruslösung eines anderen Herstellers schützen. Der neue Ansatz ist, dass es Informationen über schädliche Dateien sammelt, die von anderen Virenscannern auf dem PC entdeckt werden. Diese Daten werden über die Cloud-Technik mit den anderen Immunet-Nutzern geteilt.

Immunet achtet darauf, dass seine Software keine Konflikte mit anderen Antivirusprogrammen um verdächtige Dateien ausficht. Es lässt dem anderen Virenwächter den Vortritt, meldet sich erst danach oder wenn dieser nichts findet. Immunet pflegt zwei Listen mit Produkten anderer Hersteller, mit denen es keine Probleme geben soll. Die offizielle Liste enthält die von Immunet getesteten Programme, eine zweite, inoffizielle Liste spiegelt positive Erfahrungen der Immunet-Nutzer mit Produkten wieder, die nicht auf der ersten Liste stehen. Zusammen genommen sind praktisch alle bekannten Namen vertreten.

Hinter dem Newcomer Immunet stehen alte Hasen der Antivirus-Industrie. Alfred Huger, Vizepräsident für technische Entwicklung, war früher Vizepräsident bei Symantec, Mitbegründer von Security Focus (gehört heute zu Symantec), Entwicklungsleiter bei McAfee und Gründer von Secure Networks. Immunet-Gründer und CEO Oliver Friedrichs hat etwa die gleichen Stationen hinter sich. Adam O'Donnell, verantwortlich für die Cloud-Technik, war vorher beim Sicherheitsunternehmen Cloudmark.

Immunet Protect unterstützt Windows XP ab SP2, Vista und Windows 7, jeweils in den 32- und 64-Bit-Fassungen. Ende Mai soll Version 2.0 erscheinen, dann in einer kostenlosen und einer kommerziellen Ausgabe. Letztere soll ein zweites neues Scan-Modul namens TETRA enthalten, das wie traditionelle Virenscanner arbeitet, jedoch trotzdem mit Fremdprodukten koexistieren soll.

Ein Interview (in englischer Sprache) mit Alfred Huger und Adam O'Donnell können Sie im Blog von Brian Krebs lesen, vormals Kolumnist der Washington Post. Dort finden Sie auch die erwähnten Kompatibilitätslisten.

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