1770202

Immer mehr Schüler werden Opfer von Cybermobbing

19.05.2013 | 13:22 Uhr |

Auf dem Pausenhof ging es auch in der Prä-Internet-Ära nicht immer nur freundlich zu. Die Art des Mobbings hat sich in den letzten Jahren aber verändert und findet nun immer häufiger im Netz statt.

Viele haben sicherlich bereits geahnt, dass Cybermobbing in der Schule zu einem immer größeren Problem wird. Eine Studie , die das Bündnis gegen Cybermobbing jetzt in Köln vorgestellt hat, belegt diese Vermutung eindrucksvoll. Demnach ist bereits jeder sechste Schüler schon einmal Opfer von Cybermobbing geworden. In der Studie wurden 6739 Schüler, 1953 Eltern und 661 Lehrer zum Thema befragt.

Im Rahmen der Studie gaben auch viele Schüler zu, schon einmal selbst Täter gewesen zu sein. Bei den Lehrern haben 60 Prozent Kenntnisse von Cybermobbing-Fällen in ihrer Schülerschaft. Erschreckend ist ebenso, dass bei einem Drittel aller Schulen regelmäßig solche Fälle auftreten - mindestens einmal pro Woche. Als Täter gaben sich 19 Prozent aller befragten Schüler zu erkennen. Als Gründe wurden meist Langeweile oder Spaß genannt. In einigen Fällen sollte das Opfer jedoch auch gezielt fertig gemacht werden.

In den meisten Fällen findet Cybermobbing über Facebook, das größte soziale Netzwerk im Internet, statt. Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender beim Bündnis gegen Cybermobbing, sieht die Betreiber solcher Plattformen in der Pflicht. Leest forderte Hinweise auf die Risiken bei Verwendung solcher Netzwerke und ein strikteres Eingreifen bei Meldung von Cybermobbing.

Am häufigsten betroffen sind Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren, doch auch bei jüngeren Nutzern steige die Zahl stetig an, mittlerweile sogar schon in den Grundschulen. Eine interessante Beobachtung ist auch, dass Cybermobbing in Ostdeutschland seltener stattfindet als im Westen. Die Schulen haben das Problem natürlich bereits erkannt und treten mit Aufklärungsarbeit an ihre Schüler heran. Allerdings kritisiert Uwe Leest, dass die Aktionen der Schulen oft noch sehr unkoordiniert sind und wünscht sich Anti-Mobbing-Beauftragte an den Institutionen. Eine bundesweite Hotline sowie ein eigens dafür eingerichtetes Unterrichtsfach könnten das Problem ebenfalls weiter verringern. In der Verantwortung stehen natürlich auch die Eltern, die den Internet-Gebrauch ihrer Kinder viel zu selten kontrollieren.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1770202