26.06.2000, 17:36

Liane Dubowy

Immer mehr rechtsextreme Internet-Seiten

Eine internationale Konferenz zum Thema "Verbreitung von Hass im Internet" beginnt heute in Berlin. Die vom Bundesjustizministerium, der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Simon-Wiesenthal-Center veranstaltete Konferenz beschäftigt sich mit dem sprunghaften Anstieg rechtsextremer Websites in den letzten Jahren.

Der "Verbreitung von Hass im Internet" ist eine internationale Konferenz in Berlin gewidmet, die heute beginnt. Die vom Bundesjustizministerium, der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stifung und dem Simon-Wiesenthal-Center organisierte Veranstaltung soll sich mit dem sprunghaften Anstieg rechtsextremer Websites in den letzten Jahren beschäftigen.
Die starke Zunahme der Verbreitung antisemitischen, rassistischen und nationalsozialistischen Gedankenguts über das Internet ist Thema der Vorträge hochkarätiger Redner. Neben Bundespräsident Johannes Rau, Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin, EU-Justiz-Kommissar Antonio Vitorino und Generalbundesanwalt Kay Nehm wird auch Rabbi Marvin, der Gründer des Simon-Wiesenthal-Centers, sprechen. Däubler-Gmelin will bei dieser Gelegenheit eine "Berliner Erklärung", die der Verhinderung von Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit im Internet dienen soll, vorschlagen.
Allein zwischen 1996 und 1999 hat sich die Zahl der von deutschen Rechtsextremisten betriebenen Websites verzehnfacht. Die Inhalte rechtsextremer Seiten würden zunehmend aggressiver, offen werde zum Rassenhass aufgerufen, Gewaltbereitschaft propagiert und sogar Anleitungen zum Bombenbau ins Internet gestellt - so Verfassungsschutz-Präsident Heinz Fromm. Auch der Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt, Ernst Uhrlau, warnt vor der ständig wachsenden Bereitschaft zum Terror in der rechten Szene Deutschlands.
Neben seiner Rolle als Agitations- und Kommunikationsmedium für Rechtsextremisten bietet das Internet auch die Möglichkeit, sich online Skinhead-Kleidung und Propagandamaterial zu beschaffen und sich rechtsextreme Musik als MP3-Dateien herunterzuladen. Eine Broschüre des Bundesamtes für Verfassungsschutz zu diesem Thema steht seit heute im Internet. (PC-WELT, 26.06.2000, dpa/ lmd)
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