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iPod ist Todesfalle im Straßenverkehr

08.09.2010 | 09:45 Uhr |

iPod- und MP3-Player-Hören im Straßenverkehr bedeutet eine tödliche Gefahr für Fußgänger. Wovor Verkehrssicherheitsexperten seit Jahren warnen, will eine australische Statistik nun mit aktuellen Zahlen untermauern.

Während die Verkehrstoten auf der Straße im Sinken begriffen sind, ist die Anzahl der bei Unfällen getöteten Fußgänger mit bis zu 25 Prozent mehr Opfern stark angestiegen, berichtet der Sydney Morning Herald. Einmal mehr wird die Forderung nach Kopfhörerverboten und Strafen laut.

Kopfhörer nicht explizit verboten

"Die Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass man als Verkehrsteilnehmer dem Straßenverkehr seine volle Aufmerksamkeit widmen muss. Bei Radfahrern, die mit voll aufgedrehten Kopfhörern in einen Unfall verwickelt waren, kann dieser Umstand folglich zu einer Mitschuld führen", erklärt Anja Hänel, Referentin für Verkehrssicherheit beim Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Während es daher für Radfahrer mittlerweile verboten ist, während der Fahrt zu telefonieren, sind Fußgänger aber sowohl in Deutschland als auch in Österreich von den Vorschriften im Fahrzeugverkehr ausgenommen. Ein ausgesprochenes Kopfhörer- bzw. MP3-Player-Verbot findet sich in den Gesetzestexten bisher nicht. Auch existieren bisher keine Unfallstatistiken, die lautes Musikhören als hauptverantwortliche Unfallsursache erfassen.

MP3-Player so laut wie Flugzeug

Ungeachtet der rechtlichen Grauzone empfehlen Verkehrssicherheitsexperten auf Kopfhörer im Straßenverkehr zu verzichten bzw. die Lautstärke so zu drosseln, dass noch Umgebungsgeräusche wahrnehmbar sind. "Die meisten mobilen Player erreichen eine Lautstärke von bis zu 115 Dezibel, was einem Flugzeugstart gleichkommt. Bei dieser Lautstärke ein herannahendes Fahrzeug zu hören, ist praktisch unmöglich", meint auch Othmar Thann, Direktor des österreichischen Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Statistisch zeigt der deutsche wie auch österreichische Bundestrend allerdings keinen Anstieg von Fußgänger-Unfällen oder -Verunglückten. Die steigende Beliebtheit der Fahrradnutzung stelle vor allem Städte vor neue Herausforderungen. "Wenn die Zahl der Radfahrer wie derzeit in manchen Städten stark ansteigt, muss die Infrastruktur natürlich daran angepasst werden. Nicht zu unterschätzen sind neben klassischen Verkehrssituationen mit Autos aber auch das Zusammentreffen von Radfahrern und Fußgängern", gibt VCD-Referentin Hänel zu bedenken.

Parks als Falle

Gerade Parks würden als Gefahrenzone oftmals unterschätzt, da sich sowohl Fußgänger als auch Radfahrer dort sicher fühlen. "Wenn die Leute durch Telefonieren, E-Mail-Checken am Handy und Musikhören zusätzlich abgelenkt sind, trägt das natürlich wenig zur allgemeinen Verkehrssicherheit bei", sagt Hänel. Anstelle von Verordnungen und gesetzlichen Vorschriften, die ohnehin schwer exekutierbar sind, pocht Hänel auf Selbstverantwortung. "Schließlich geht es um den Schutz der eigenen Person", so die Sicherheitsexpertin.

(pte)

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