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Immer am Puls der Zeit: Die Geschichte der IFA

31.08.2007 | 10:00 Uhr |

Das erste Autoradio, der Volksempfänger, die Einführung des Farbfernsehens - seit ihrer Premiere im Jahr 1924 war die Internationale Funkausstellung in Berlin immer wieder Schauplatz der neuesten Entwicklungen der Unterhaltungselektronik. Wir werfen einen Blick zurück auf die Geschichte der Messe.

Am 4. Dezember 1924 erblickte die erste IFA das Licht der Welt. Damals noch unter dem Namen "Große Deutsche Funkausstellung", bot sie 242 Ausstellern Platz, ihre Neuheiten zu präsentieren. Damals etwa 180.000 Besuchern. Nach diesem Erfolg fand die Messe bis 1939 im jährlichen Turnus statt. Im Mittelpunkt des Interesses stand am Anfang vor allem der Hörfunk. So wurde 1926 im Rahmen der Funkausstellung der Berliner Funkturm eingeweiht, im Jahr 1932 bestaunten die Besucher das weltweit erste Autoradio. Ein Jahr später wurde der so genannte Volksempfänger präsentiert - und auch mit reißendem Absatz direkt verkauft - bedingt durch den zweiten Weltkrieg gab es von 1940 bis 1949 keine Funkausstellung.

Das erste Mal nach dem Krieg fand die Messe in Düsseldorf statt und anschließend abwechselnd in weiteren Städten - nunmehr nur noch im Zwei-Jahres-Rhythmus. Während schon vor dem Krieg erste Fernsehgeräte präsentiert worden waren, fanden diese jetzt wachsende Beachtung. Im Jahr 1958 wurde der erste tragbare Fernseher ausgestellt, ein Jahr später wurden drahtlose Fernbedienungen am meisten bestaunt. Der nächste große Schritt war 1967 die Einführung des Farbfernsehens in Deutschland. Der damalige Vizekanzler Willy Brandt leitete mit einem Kopfdruck das Zeitalter des PAL-Standards ein, der bis heute das Bild unserer Fernsehbilder bestimmt.

In den 70er Jahren wurden Fernseher immer erschwinglicher. Die Aussteller präsentierten 1971 die ersten Videorecorder für den Heimgebrauch, ab 1977 zeigten sie Fernseher mit Videotext. Im Jahr 1981 - die IFA fand mittlerweile wieder standardmäßig in Berlin statt - wurde von der IFA die erste Stereosendung im deutschen Fernsehen gesendet.
In den 80er Jahren setzte sich der Trend zur Digitalisierung fort. Auf der IFA 1979 wurden das erste Mal Compact Discs vorgestellt - noch drei Jahre vor der offiziellen Markteinführung. Im Jahr 1985 sind Satelliten-Tuner die Messe-Innovation. Auch fanden dort schon erste HDTV-Vorführungen statt.

Im Jahr 1991 setzte sich der Erfolg der IFA bei der ersten gesamtdeutschen Messe nach der Wiedervereinigung weiter fort. Neben Digitalen Compact Casetten sahen die Besucher das erste Mal Mini Discs, wiederbespielbare CDs und Photo CDs. In den 90er Jahren wandelte sich die IFA immer mehr zur Multimedia-Messe. Mobiltelefone, Flachbildschirme, Dolby-Surround-Anlagen, DVD-Player, Digitale Camcorder und Kameras und MP3-Player - auf der IFA stand fortan die neue digitale Medienwelt im Blickfeld. Die Geschwindigkeit der Entwicklung sowie die Zahl der Aussteller nahmen in den letzten Jahren stetig zu. Seit 2005 fand die IFA dann wieder im jährlichem Rhythmus statt, um diesen schnellen Innovationszyklen gerecht zu werden.

Tipp : Wer tiefer in die Geschichte der Funkausstellung eintauchen will, sollte sich die Multimedia-Chronik auf der IFA-Webseite näher anschauen. Dort können Sie sich Albert Einsteins Grußwort von 1930 anhören, selbst am virtuellen Volksempfänger drehen oder sehen, wie Willy Brandt das Farbfernseh-Zeitalter in Deutschland einläutete.

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