181976

Opera zufrieden mit MS Browser-Auswahl-Fenster

09.03.2010 | 11:28 Uhr |

Opera hat sich gegenüber PC-WELT zufrieden über das Browser-Auswahl-Fenster geäußert, dass Microsoft entwickelt hat. Opera hatte vor knapp 2 Jahren mit einer Beschwerde bei der EU den Stein zum Rollen gebracht, der schließlich zum Browser-Auswahl-Fenster führte.

"Wir sind mit dem Browser-Auswahl-Fenster sehr zufrieden, den Microsoft erstellt hat", sagte Patrick H. Lauke, Web Evangelist bei Opera Software im Gespräch mit PC-WELT am Montag. Letztendlich hoffe man darauf, dass die bisherigen Browser-Nutzer erfahren, dass es mehr als nur den Internet Explorer zum Surfen gibt. In einigen europäischen Ländern ist das Browser-Auswahl-Fenster bereits testweise aktiv und hier verzeichnet Opera bereits die ersten User, die von ihrem alten Browser auf Opera wechseln.

"Unterm Strich ist es für uns am Wichtigsten, dass alle fünf präsentierten Browser mittlerweile sehr gut sind und wichtige Standards unterstützen - auch der Internet Explorer 8", sagte Lauke. In der Vergangenheit hätten viele Web-Entwickler vor allem für den Internet Explorer entwickelt und aufgrund schlechter Web-Standard-Unterstützung sahen die fertigen Seiten auf anderen Browsern - schmeichelhaft ausgedrückt - oft nicht gut aus.

Opera erfreut sich laut Angaben von Lauke vor allem in Osteuropa einer enormen Beliebtheit und hat dort auch hohe Marktanteile. Nun erhofft man sich, dass das Browser-Auswahl-Fenster dafür sorgen wird, dass auch in Westeuropa mehr Anwender zu Opera greifen oder es zumindest einmal ausprobieren.

Kürzlich ist Opera 10.50 erschienen , das viele Neurungen und Verbesserungen an Bord hat, darunter auch eine neue Javascript-Engine, die den Opera-Browser zum derzeit schnellsten Browser der Welt macht. Auch an der Optik und der Oberfläche hat man fleißig gearbeitet und letztendlich einen Browser abgeliefert, den es sich durchaus lohnt, anzuschauen. "Eigentlich hätten wir die neue Version Opera 11 nennen müssen, wenn man bedenkt, wie viele neue Dinge wir da reingepackt haben", erklärte Lauke gegenüber PC-WELT.

Opera 10.50 unterstützt derzeit über den HTML-5-Video-Tag nur OggTheora (Firefox nur OggTheora, Chrome OggTheora und H.264) entschieden. Unter Linux unterstützt Opera 10.50 auch H.264, wenn der User dort den separaten MP4-Codec installiert hat, den GStreamer dann vom System aus nutzt.

In Opera 10.50 ist auch das Entwickler-Tool Dragonfly enthalten, dass Opera zur Opensource-Software erklärt hat. Und für die Darstellung der Oberfläche ist die Vega-Engine zuständig, für die die Opera-Entwickler (immerhin über 500 der insgesamt über 700 Mitarbeiter weltweit) auch bereits an einer 2D-Beschleunigung arbeiten, wie sie auch Internet-Explorer 9 bieten wird.

Es sind mittlerweile über 2 Jahre vergangenen, seit dem Opera bei der EU eine Beschwerde gegen Microsofts Internet Explorer eingereicht hatte. Im Dezember 2007 war bekannt geworden, dass sich Opera darüber beschwert hatte, dass Microsoft seinen Internet Explorer auf unzulässiger Weise mit Windows verbindet und sich damit auf dem Browser-Markt Vorteile verschafft.

Diese Beschwerde hat dafür gesorgt, dass Microsoft demnächst Windows-Nutzern ein -Browser-Auswahl-Fenster präsentiert, das dem entspricht, was Microsoft bereits unter Browserchoice.eu online gestellt hat.

Das Update, das die Browser-Auswahl aktiviert, liefert Microsoft bereits testweise an europäische Windows-Nutzer aus. Wer bereits jetzt einen anderen Browser als den Internet Explorer nutzt, der wird dieses Browser-Auswahl-Fenster nicht zu sehen bekommen. Es öffnet sich nach der Installation des Updates nämlich nur bei Windows-Nutzern, die den Internet Explorer als Standard-Browser verwenden.

Zuletzt gab es Diskussionen darüber, ob die im Browser-Auswahl-Fenster präsentierten Browser wirklich zufällig angeordnet werden. Auch auf diese Kritik hat Microsoft mittlerweile reagiert und den verwendeten Algorithmus verbessert.

0 Kommentare zu diesem Artikel
181976