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Im Internet soll die Kasse klingeln

15.05.2001 | 13:21 Uhr |

Die Alles-Gratis-Tage des Internet scheinen gezählt. Yahoo stellt in den USA immer mehr Angebote auf Abonnement um. In Deutschland werden solche kostenpflichtigen Services ebenfalls geprüft. In Modellrechnungen geht Yahoo zwar davon aus, dass nur ein kleiner Teil der Internetnutzer für solche Leistungen bezahlt, aber dennoch könnten das Unternehmen auf diese Weise Mehreinnahmen von einigen Hundert Millionen Dollar erwirtschaften.

Die Alles-Gratis-Tage des Internet scheinen gezählt. "Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass in Zukunft alles umsonst sein wird", sagte Yahoo Deutschland-Chef Peter Würtenberger zur Eröffnung der Internet World in Berlin.

Yahoo stellt in den USA und teilweise auch in Deutschland immer mehr Angebote auf Bezahlung oder Abonnement um oder richtet kostenpflichtige Services ein. Dazu zählen Auktionen, die Einrichtung von Webshops, Echtzeit-Finanzinformationen wie Börsenkurse, Internet-Telefonie und erweiterte Mail-Funktionen. Download von Handy-Klingeltönen lässt auch bei Yahoo Deutschland mittlerweile mehrere Tausend mal pro Tag die Kasse klingeln.

Geprüft würden derzeit Modelle, Chats mit Topstars gegen "Eintrittsgebühr" anzubieten oder die Surfer für den Download von Musik und Bewegtbildern zur Kasse zu bitten.

In Modellrechnungen geht Yahoo zwar davon aus, dass nur wenige Prozent der Internetnutzer für solche Leistungen bezahlen würden. Dennoch könnte das Unternehmen bei monatlichen Durchschnittseinnahmen von sechs Dollar pro Nutzer auf diese Weise Mehreinnahmen von 414 Millionen Dollar erwirtschaften, wenn beispielsweise drei Prozent der Surfer bereit wären, zu bezahlen.

Seine Ansprache nach der Eröffnung der Internet World durch den Parlamentarischen Staatssekretär Siegmar Mosdorf nahm Würtenberger an seinem letzten aktiven Tag als Geschäftsführer der Yahoo Deutschland vor. Der 34-Jährige wird nach einem Urlaub ab 1. August 2001 als Geschäftsführer von "Bild.de" das Joint Venture von Axel Springer und T-Online leiten.

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Schluss mit gratis: Babylon wird kostenpflichtig (PC-WELT Online, 11.05.2001)

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