68570

Illegales Musikangebot zensieren

Die deutsche Musikbranche fordert eine weitreichende Kontrolle im Internet, um die Musikpiraterie abzustellen. Zugangsanbieter wie AOL oder T-Online müssten gezwungen werden, Filter gegen Musikpiraten zu installieren. Eine entsprechende Software sei bereits entwickelt worden: Mit ihr sollen sich alle Internet-Adressen sperren lassen, unter denen vermutete Musikpiraten zu finden seien.

Die deutsche Musikbranche fordert eine weitreichende Kontrolle im Internet, um die Musikpiraterie abzustellen. Zugangsanbieter wie AOL oder T-Online müssten gezwungen werden, Filter gegen Musikpiraten zu installieren. Eine entsprechende Software sei bereits entwickelt worden: Mit ihr sollen sich alle Internet-Adressen sperren lassen, unter denen vermutete Musikpiraten zu finden seien. Dies erklärte Martin Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft.

Die Software "Right Protection System" (RPS) arbeite mit Hilfe einer Liste von Internet-Adressen, die vom Phonoverband geführt und stündlich aktualisiert werden. Versuche ein Internet-Nutzer eine dort gespeicherte Adresse aufzurufen, verhindere RPS den Zugriff über den entsprechenden Provider. Nach Ansicht von Schäfer ist das System durch das so genannte Teledienstgesetz abgesichert - die Provider könnten deshalb gezwungen werden, RPS zu installieren. Bisher lehnen die Zugangsanbieter ein derartiges System ab, weil dies den Netzverkehr massiv behindern und vermutlich auch Kunden zur Kündigung veranlassen würde.

AOL-Europe-Sprecher Frank Sarfeld meint, er sei skeptisch, ob die Filterung ohne größere Belastung technisch machbar sei. Im Prinzip erfordere eine solche Filterung die Prüfung sämtlicher Internet-Zugriffe, was zu einer Verlangsamung führen könne. Falls RPS flächendeckend eingeführt würde, hätte die Phonoindustrie umfassende Kontrollmöglichkeiten über das gesamte Web.

Rundum-Schutz im Internet (PC-WELT Online, 24.2.2000)

0 Kommentare zu diesem Artikel
68570