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Illegale Kartellabsprachen zwischen Intel, Media Markt & Saturn?

03.07.2006 | 13:35 Uhr |

Wenn ein Bericht der Financial Times Deutschland zutrifft, dann hat Intel zusammen mit den Saturn- und Media Märkten offenbar über Jahre massiv gegen das Kartellrecht verstoßen. Das Bundeskartellamt verhält sich aber derzeit noch zurückhaltend.

Die Financial Times Deutschland berichtet, dass es zwischen dem Chip-Hersteller Intel und den Elektronikgroßmärkten Media Markt und Saturn offenbar illegale Kartellabsprachen zum Nachteil von AMD gegeben habe.

Wenn die Dokumente, die dem Bundeskartellamt vorliegen, zutreffen, dann habe Intel einen Exklusivvertrag mit der Media-Saturn-Holding (die zur Metro-Handelsgruppe gehört) geschlossen. Darin wird laut FTD festgelegt, dass Konkurrenten von Intel, also besonders AMD, ihre Produkte nicht über die Media Märkte und Saturn vertreiben dürfen. Das gehe angeblich aus einem Schreiben der Media-Saturn-Holding an einen Zulieferer hervor. Darin stünde sinngemäß: "Media-Saturn kaufe prinzipiell keine Produkte mit AMD-Prozessoren, da man 'eine entsprechende Vereinbarung mit Intel' habe." Intel honorierte dieses Entgegenkommen laut FTD mit "Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe".

Jetzt streiten Experten darüber, ob diese Vereinbarung gegen EU-Kartellrecht verstößt. Die Financial Times zitiert einen Kartellrechtler mit den Worten: "Ein marktbeherrschender Hersteller (gemeint ist Intel, das bei PC-CPUs einen Marktanteil von 80 Prozent hat) darf keine exklusiven Vertriebspartner haben".

Die Financial Times spekuliert jetzt über Geldstrafen in dreistelliger Millionenhöhe. Das Bundeskartellamt hat dem aber nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur widersprochen. Die Behörde teilte heute mit, dass sie nicht gegen den US-Chipkonzern Intel und die Saturn- und Media-Märkte ermittle. Es gebe "keinerlei Dokumente, die einen ausreichenden Anfangsverdacht begründen würden", so eine Sprecherin der Behörde.

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