Ikea Uppleva

Ikea-TV im ersten Test

Mittwoch den 04.07.2012 um 16:01 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

Ikea Uppleva
Vergrößern Ikea Uppleva
Ikea hatte mit Uppleva im April eine neue Einrichtungslösung mit integriertem Fernseher und Soundsystem vorgestellt. Mittlerweile liegt auch ein erster Test vor.
Die Ankündigung des schwedischen Möbelhaus Ikea in den TV-Markt einsteigen zu wollen, war im April unter den Lesern auf hohes Interesse gestoßen. Ikea hatte mit der neuen Serie Uppleva (zu deutsch: "Erfahrung") neue Möbel mit integriertem Fernseher und Soundsystem angekündigt .

Seit Anfang der Woche ist die TV-Heimkino-Kombination Ikea Uppleva auch hierzulande erhältlich. Vorerst aber nur im Ikea-Markt in Berlin Lichtenberg. Ab Oktober wird Uppleva auch in Berlin-Spandau und dann ab 2013 auch in ganz Deutschland erhältlich sein. In Schweden ist Uppleva bereits seit einiger Zeit erhältlich. Von dort hat sich die Stiftung Warentest ein Exemplar besorgt und auch getestet .

Für 1123 Euro erhält der Käufer beispielsweise ein Möbelstück bestehend aus einer Aufbewahrungskommode (die zum Ikea Wohnzimmerschranksystem Besta gehört), 40"-Fernseher (Full-HD, 102cm), 2.1-Soundsystem (2 Lautsprecher, 1 Subwoofer) und Blu-ray-Spieler. Alle technischen Komponenten stammen vom chinesischen Hersteller TCL. Beim Full-HD-Fernseher stellten die Tester einen leichten Gelbstich fest. In der Standardeinstellung war die Bewegtbildkompensation eingeschaltet und sorgte zwar für ein fflüssigeres Bild, allerdings traten bei Bewegungen auch digitale Artefakte auf. Insgesamt, so die Tester, sei der Ikea-Fernseher zwar keine Katastrophe aber auch keine Offenbarung.

Das aus einem Blu-Ray-Player und 2.1-Soundsystem bestehende Heimkino-System besitzt zwei fest unter dem Fernseher verbaute Lautsprecher und einen Subwoofer. Letzterer empfängt das Tonsignal kabellos. Dadurch, dass die beiden Stereolautsprecher eng nebeneneinander stehen, soll sich der Stereoeffekt in Grenzen halten. Und auch beim Subwoofer stellten die Tester Schwächen fest, so seien die Bässe zu stark und klängen unpräzise. Als "Durchschnitt" wird der Bluray-Player bezeichnet, bei eingelegter Bluray vergehen aus dem Standby rund 24 Sekunden für das Starten und im Fernsehbetrieb vergehen 30 Sekunden bis zum ersten Ton.

Als "hakelig" bezeichnen die Tester die Steuerung der Geräte bei Fernbedienung. Die Menüführung sei verwirrend arrangiert und die Menüs würden nur langsam und verspätet auf die Eingaben des Anwenders reagieren. Der per Smart-TV-Funktion mitgelieferte vollwertige Browser überzeugte die Tester ebenfalls nicht. Zu umständlich sei dessen Bedienung und der Nutzer könne nur schlecht auf dem Bildschirm erkennen, welches Seitenelement einer Website er gerade ausgewählt habe.

Der Aufbau sollte laut Empfehlung der Tester lieber zu zweit erfolgen. Kritisiert werden die mitgelieferten Anleitungen, die IKEA-typisch nur aus Bildern bestehe und auf Erklärungstexte verzichte. Ein weiterer Nachteil sei, dass die einzelnen Komponenten nicht einfach austauschbar seien. Immerhin gibt Ikea aber fünf Jahre Garantie. Die Aussage "Kabesalat adé" soll bei Uppleva nicht ganz zutreffen, denn viele Anschlüsse befänden sich an der Seite des Fernsehers, wodurch Kabel immer noch sichtbar seien. Praktisch sei allerdings, dass der Subwoofer das Tonsignal via Funk empfange und sich alle Geräte mit einer Fernbedienung steuern lassen.

Unterm Strich kommen die Tester zum Urteil: "Wen das nicht abschreckt und Gefallen am Design des Ikea-Systems findet, kann über Uppleva nachdenken."

Mittwoch den 04.07.2012 um 16:01 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

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