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Identitäts-Betrug: Freunde & Familie gefährlicher als Internet

01.02.2006 | 14:33 Uhr |

57 Milliarden Dollar Schaden entstand US-Bürgern im Jahr 2005 durch Identitäts-Diebstahl. Interessant: Das viel geschmähte Internet spielte als Grund für derartige Betrügereien nur eine untergeordnete Rolle.

Eine kürzlich durchgeführte Studie kommt zu einem bestürzenden Ergebnis: Demnach verloren US-Bürger im Jahr 2005 fast 57 Milliarden Dollar aufgrund von Identitäts-Diebstahl. Aber: In weniger als jedem zehnten Fall ging es um Online-Betrug, wie MSNBC.com berichtet.

Gegenüber 2004 bedeutet das eine Schadenszunahme um vier Prozent. Die durchschnittliche statistische Schadenshöhe belief sich 2005 auf 6383 Dollar, im Jahr davor waren es noch 5885 Dollar. Rückläufig ist aber die Zahl der Opfer. Wurden 2004 noch 9,3 Millionen US-Bürger betrogen, so es 2005 "nur" noch 8,9 Millionen Amerikaner. 2003 waren es sogar noch 10,1 Millionen Geschädigte.

Aus der Studie geht zudem hervor, dass besonders junge Menschen mit niedrigerem Einkommen leichter Opfer von Identitäts-Diebstahl werden. Insgesamt würden die Befragten aber allmählich misstrauischer und vorsichtiger.

Zudem würden sich immer mehr Geschädigte wehren. Mit zunehmenden Erfolg, in mehr als einem Drittel der Fälle ließen sich die Betrüger ermitteln. Trotzdem sei es insgesamt immer noch sehr leicht, Opfer eines Identitätsbetrugs zu werden.

Bemerkenswert: Via Internet erfolgten nur neun Prozent aller derartigen Betrugsversuche. Damit präsentiert sich das Internet besser als sein Ruf. Nur drei Prozent der Geschädigten nannten beispielsweise Phising als Grund.

Dagegen öffneten untechnische Gründe meist den Betrügern Tür und Tor: 30 Prozent der Opfer hatten nämlich schlicht ihre Geldbörse, ihr Scheckbuch oder ihre Kreditkarte verloren und wurden danach betrogen. Und 15 Prozent der Betrogenen wurden von Familienangehörigen, Freunden oder Bekannten übers Ohr gehauen. Ebenfalls 15 Prozent aller Betrügereien gingen auf das Konto von Berufskollegen. Und acht Prozent wurde die Post gestohlen.

Die Untersuchung basiert auf einer vom 17. Oktober bis 4. Dezember 2005 durchgeführten Telefonumfrage unter 5000 Konsumenten.

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