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Identität wechseln? Kein Problem

In den USA werden verstärkt Betrügereien unter zu Hilfenahme von Sozialversicherungsnummern begangen. Am Anfang des Betrugs steht eine in den USA zentrale Ziffernfolge: Die neunstellige Sozialversicherungsnummer. Wer den Namen und die Sozialversicherungsnummer einer Person kennt, kann seinen Auftritt als Doppelgänger beginnen.

In den USA werden verstärkt Betrügereien unter zu Hilfenahme von Sozialversicherungsnummern begangen. Am Anfang des Betrugs steht eine in den USA zentrale Ziffernfolge: Die neunstellige Sozialversicherungsnummer.

Sie wird lebenslang behalten, und unter ihr werden auch sämtliche Finanzdokumente einer Person gespeichert, von der Steuererklärung bis zum Antrag auf eine neue Kreditkarte. Wer den Namen und die Sozialversicherungsnummer einer Person kennt, kann seinen Auftritt als Doppelgänger beginnen.

Der Fall Thomas Seitz zeigt, wie schnell man sich diese Daten zunutze machen kann: Der 23 Jahre alte Hacker stieß in einer schlecht geschützten Datenbank auf Namen und Sozialversicherungsnummern renommierter Manager. Selbst mit diesen knappen Angaben gelang es Seitz, im Namen seiner Opfer Kreditschecks über Beträge von bis 44.000 Dollar zu erhalten und damit einkaufen zu gehen.

Über das Internet bezog Seitz einen nachgemachten Führerschein mit seinem Bild unter falschem Namen. Der Schwindel flog erst auf, nachdem ein Autohändler diesen Führerschein zwecks Kontrolle eine Kopie an die Führerscheinbehörde schickte. Thomas Seitz sitzt nun eine dreijährige Gefängnisstrafe ab.

Entsetzte Regierungsvertreter erfuhren unter anderem, dass Seitz sich bei Internet-Anbietern bedienen konnte, die ganz offen Handel mit Führerschein-Druckvorlagen treiben. Im kommenden Herbst werden erneut Senatsanhörungen zum Thema "ID- Fraud" stattfinden. Dort soll über verschärfte Strafen für die Benutzer gefälschter Dokumente beraten werden, und auch die Anbieter solcher Fälschungen müssen wohl zukünftig mit längeren Gefängnisaufenthalten rechnen.

Bei der Verwaltung der Sozialversicherung gingen im vergangenen Jahr 30.000 Beschwerden über den Missbrauch der wichtigen Nummern ein. Im Vorjahr waren es nur 11 000 Beschwerden, und den Zuwachs führen Experten fast ausschließlich auf den immer weiter um sich greifenden "ID-Fraud" zurück. (PC-WELT, 04.09.2000, dpa/mp)

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