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ITU fordert Alternativen zu Online-Passwörtern

05.12.2006 | 14:08 Uhr |

Die UN-Organisation warnt vor Risiken für die Entwicklung des Online-Handels durch Identititätsdiebstahl. Die Anwender müssten sich zu viele Zugangspasswörter merken und machten es sich dabei zu einfach.

Die in Genf ansässige International Telecommunication Union ( ITU ) hat in ihrem "Internet Report 2006" beklagt, dass zu viele Websites den Zugang an die Eingabe von Zugangsdaten und die Aktivierung von Tracking-Maßnahmen, wie etwa Cookies, koppeln. Die Vielzahl von Benutzernamen und Passwörtern, die sich Internet-Nutzer merken müssten, führe dazu, dass viele die gleichen Anmeldedaten auf mehreren Websites verwendeten.

Daraus entstehe ein erhöhtes Risiko für Datendiebstahl und Online-Betrug, so die ITU in ihrem "digital.life" untertitelten Bericht. Regierungsorganisationen, Internet-Provider und die Wirtschaft müssten sich Gedanken über alternative, vereinheitlichte Wege zur sicheren Identifikation der Benutzer machen.

Der wirtschaftliche Schaden durch Identitätsdiebstahl wird zum Beispiel von der britischen Regierung auf jährlich 1,7 Milliarden Britische Pfund (etwa 2,5 Milliarden Euro) beziffert, die USA gaben bereits zur Jahresmitte einen Schaden von 6,4 Milliarden US-Dollar (4,8 Milliarden Euro) an.

Die Privatsphäre der Internet-Nutzer sei außerdem durch zunehmende und oft verzichtbare Tracking-Maßnahmen wie Cookies gefährdet. Diese Daten könnten nicht nur zur Erstellung von Nutzungsprofilen verwendet werden, es bestehe auch die Gefahr des Missbrauchs durch Dritte, die in den Besitz solcher Daten gelangen könnten.

Identitätsdiebstahl und der Verlust der Privatsphäre seien, so die ITU, potenzielle Bremsklötze für die weitere Entwicklung des Online-Handels.

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