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IT-Offshoring: Deutsche Unternehmen skeptisch

08.12.2006 | 10:30 Uhr |

Deutsche Unternehmen stehen dem wachsenden Trend bei Computerfirmen, ihre IT-Dienstleistungen in Billiglohnländer zu verlagern, skeptisch gegenüber. Das zeigt eine von Softlab in Auftrag gegebene Erhebung.

Der Erhebung zufolge akzeptiert lediglich ein Viertel der über 400 befragten Mittelstands- und Großunternehmen Offshoring-Services. Dagegen sind 56 Prozent der Auffassung, dass die technische Unterstützung ihrer Informationstechnik unbedingt deutscher Herkunft sein sollte. Fast 40 Prozent der Unternehmen würden sogar ihre Geschäftsbeziehungen mit ihren Dienstleistern überprüfen, sofern sie wichtige IT-Services in kostengünstigere Länder auslagern. Knapp 30 Prozent sehen auch in diesem Fall keine Veranlassung, über eine Beendigung der Zusammenarbeit nachzudenken. Ein weiteres Drittel macht mögliche Konsequenzen von zusätzlichen Faktoren abhängig.

Zu den Hauptgründen für die kritische Haltung gegenüber dem Offshoring gehört die Befürchtung sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten. Das gaben gut 60 Prozent der befragten Firmen zu Protokoll. „Die Qualität von Dienstleistungen ist in hohem Maß von der Qualität der Kommunikation abhängig“, so Klaus von der Osten-Sacken von Softlab .

Ein weiteres Risiko sehen mehr als die Hälfte der Unternehmen in zeitlichen Verzögerungen aufgrund der geografischen Entfernung, wenn es konkrete Probleme zu lösen gilt. Ähnlich viele befürchten sogar Produktivitätseinbußen durch höhere Ausfallzeiten bei ihren Computersystemen. Auch geringere Qualitätsmaßstäbe in den Billiglohnländern nennen 44 Prozent als Grund für ihre Skepsis. Dagegen bestehen in vergleichsweise wenig Fällen Bedenken gegenüber den fachlichen Kompetenzen der Service-Mitarbeiter in den Billiglohnländern.

Branchenexperten sehen nach wie vor einen hohen internationalen Wettbewerbsdruck. Michael Müller von der a&o group : „Selbst bei den qualifizierten IT-Dienstleistungen wachsen in Deutschland die Bäume nicht mehr in den Himmel. Die Auftraggeber wollen weiterhin massiv die Kosten senken. Wir müssen den Arbeitsmarkt deshalb flexibler gestalten, um uns gegen die Billiglohnländer besser zu positionieren.“ (Detlef Scholz)

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