165982

Mehr Stellen, aber nur zögerliches Wachstum

09.07.2008 | 12:28 Uhr |

Sechs Prozent mehr Stellen waren in der ersten Hälfte 2008 im IT-Sektor ausgeschrieben.

Die Zahl der IT-Stellen, die im ersten halben Jahr 2008 in Branchenblättern und Tageszeitungen ausgeschrieben waren, stieg zögerlich von 15.612 im Vorjahreszeitraum auf 16.598. Das ermittelte der Personaldienstleister Adecco . Damit sehen die Zuwachsraten längst nicht so rosig aus, wie in den Jahren zuvor. Da wuchs der IT-Jobmarkt noch um 25 beziehungsweise 20 Prozent.

Überraschend: Erstmals in den letzten drei Jahren ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in Beratungs- und Softwarehäusern um rund fünf Prozent zurückgegangen, und zwar von 4174 auf 3998. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass es ausschließlich um Stellenanzeigen in Zeitungen geht. Wie der COMPUTERWOCHE-Online-Kooperationspartner Stepstone ermittelte, ließ sich auf seiner Jobplattform bei den IT-Stellenangeboten ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr beobachten.

Das größte Wachstum verzeichnet der öffentliche Dienst mit einem Stellenzuwachs von 50 Prozent. Auch hier sollte hinzugefügt werden, dass staatliche Institutionen, anders als Mittelständler, oft die Auflage haben, Stellen in Zeitungen auszuschreiben, während kleine Firmen nur noch im Internet präsent sind.

Ingenieurmangel schlägt sich nicht nieder
Die Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Elektronik- und Elektrotechnik haben im Vergleich zum Vorjahr kaum mehr Stellen angeboten. Dabei schreiben die Branchenblätter von 70.000 fehlenden Ingenieursstellen. Dazu passt auch eine Umfrage des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit: Nur sieben Prozent der befragten Unternehmen geben das Fehlen geeigneter Bewerber als Einstellungshindernis an, aber 19 Prozent das fehlen von Aufträgen. Sogar einen leichten Rückgang melden die Finanzindustrie und die Zeitarbeitsfirmen.

Die Frage, welche IT-Qualifikation besonders gefraqt ist, lässt sich eindeutig beantworten: Allein 3735 Offerten gab es für Anwendungsentwickler, was allerdings nur einem Plus von fünf Prozent entspricht (Vorjahr +20 Prozent). Prozentual stärker stieg das Interesse an System- und Datenbankspezialisten - von 1810 auf 2102. Größer als 2007 ist auch die Nachfrage nach Internet-Spezialisten , während bei den Netz- und den Vertriebsprofis kein Plus und bei den RZ-Spezialisten ein zehnprozentiger Rückgang zu verzeichnen ist.

Mehr Jobs in Berlin
Eine Wachablösung gab es bei den regionalen Rankings: Erstmals ist die jahrelange Reihenfolge Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen (NRW) nicht mehr gültig. Stark im Kommen ist Berlin (1950 Offerten), das NRW (1816) von Platz drei verdrängt hat. Senkrechtstarter ist allerdings Niedersachsen mit einem Zuwachs von einem Drittel auf 1615 Stellen. Um ein Viertel auf 1088 sind die Jobangebote in Sachsen gestiegen, so dass der ostdeutsche Freistaat das zweitstärkste Wachstum meldet.

0 Kommentare zu diesem Artikel
165982