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IT-Branche im Aufwind - Spezialisierung ist gefragt

Manche Kürzel wirken einfach zukunftsweisend. "IT" für Informationstechnologie gehört dazu. Dabei hat die Branche schwierige Jahre hinter sich. Die Diskussionen über den in den besten Zeiten der New Economy vorhergesagten riesigen Arbeitskräftemangel sind längst vorbei. Experten sehen im Vorfeld der Computer- und Technikmesse CeBIT in Hannover aber Licht am Ende des Tunnels. "Der Arbeitsmarkt im IT-Sektor erholt sich", sagt Nicole Göttlicher, Sprecherin des Jobportals Stepstone in Düsseldorf.

Den Trend beobachtet auch der Branchenverband Bitkom : "Seit dem Ende des Hypes im Jahr 2001 gab es einen kontinuierlichen Stellenrückgang. Der wurde im vergangenen Jahr gestoppt", erklärt Verbandssprecher Maurice Shahd in Berlin. "In der gesamten ITK-Branche sind im vergangenen Jahr sogar 4000 neue Stellen entstanden." Der Großteil davon entfalle allerdings auf Software-Häuser und IT-Dienstleister.

"Das ist eine generelle Entwicklung", sagt Shahd, "die Produktion von Hardware verliert in Deutschland an Bedeutung." Nur noch etwa 20 Prozent der Gesamtbeschäftigten der Branche arbeiteten in der Produktion. "Dienstleistung und Entwicklung legen zu. Auch die Telekommunikationssparte wächst."

Bei Fachkräften sei die Nachfrage häufig sogar größer als das Angebot, sagt Nicole Göttlicher. "Das gilt allerdings nur bei entsprechender Qualifikation und guter Ausbildung." Die Zeiten, in denen auch Seiteneinsteiger gute Chancen hatten, sind vorbei. Das bestätigt die Stellenangebotsanalyse für 2005 der in München erscheinenden Fachzeitschrift "Computerwoche": So waren ein Drittel der ausgeschriebenen Stellen nur mit abgeschlossenem Informatikstudium zu bekommen.

Gut ein Viertel setzte ein Ingenieursdiplom voraus. Deutlich stärker gefragt waren Absolventen der Wirtschaftsinformatik - die offenen Stellen verdoppelten sich, allerdings auf niedrigem Niveau. Diese Entwicklung bestätigt Peter Littig: "Statt der reinen IT-Experten werden immer mehr die Bindestrich-Informatiker gesucht", sagt der Vorsitzende der Fachgruppe Aus- und Weiterbildung im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). "Das gilt auch für Bio- und Medizin-Informatiker."

Neue Studiengänge, gerade solche mit Bachelor- und Master-Abschluss, berücksichtigten das bereits. Eine weitere Spezialisierung sei in jedem Fall vernünftig - nicht nur im Studium, auch im Beruf, sagt Littig. Wer entsprechende Qualifikationen im Rahmen einer Weiterbildung erwerbe, sollte darauf achten, ein Zertifikat zu erhalten.

"Begehrt sind derzeit Arbeitskräfte vor allem in Bereichen wie Software, IT-Service und Telekommunikationsdienstleistungen", sagt Nicole Göttlicher. Aber auch für Programmierer gebe es offene Stellen.

Jobs bieten sich auch in Unternehmen, die selbst nichts mit der IT-Branche zu tun haben, vor allem wenn es um das Arbeiten mit Datenbanken geht: "Data-Base-Spezialisten sind zum Beispiel auch im Controlling gefragt", sagt Göttlicher. Nach wie vor Bedarf auf dem Arbeitsmarkt gibt es nach ihrer Einschätzung beispielsweise auch für Fachkräfte, die sich in der Beratung und Einführung von SAP-Software auskennen.

Mittelfristig könnten in der IT-Branche Fachkräfte sogar wieder händeringend gesucht werden: "Der Schweinezyklus gilt auch hier", sagt Peter Littig. Die Zahl der Informatikstudenten sei bereits rückläufig. "Die Absolventenzahlen gehen entsprechend noch runter", so der BVDW-Experte. Der Zeitpunkt sei deshalb nicht schlecht, jetzt über ein entsprechendes Studium oder eine Ausbildung im IT-Bereich nachzudenken.

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